Nach Nockherberg-Absage Fastenprediger Maxi Schafroth pulvert gegen Politiker

, aktualisiert am 06.03.2020 - 15:00 Uhr
Wird der Nockherberg 2020 abgesagt? Foto: Tobias Hase/dpa

Nach der Absage des Starkbieranstichs auf dem Nockherberg „in der bisherigen Form“ wegen des Coronavirus-Risikos hat Fastenprediger Maxi Schafroth sich enttäuscht über die Haltung der Politiker gezeigt. Die Verantwortlichen der Brauerei hatten das „Derblecken“ abgeblasen, weil zu befürchten war, dass viele Politiker nicht zur Veranstaltung gekommen wären.

Das Landesamt für Gesundheit hatte den Politikern vom Besuch des diesjährigen Nockherbergs abgeraten. Fastenprediger Maxi Schaffroth zeigte sich in der Pressekonferenz am Freitag enttäuscht. In einer Situation, in der Leute verunsichert sind, sei es die Pflicht der führenden Personen, Sicherheit zu geben und die Sache am Laufen zu halten. Ein „Wir lassen uns nicht verrückt machen“ wäre das Signal gewesen, dass sich Schafroth von den Politikern gewünscht hätte.

Das Landesamt für Gesundheit habe allen Politkern empfohlen, die Veranstaltung nicht zu besuchen, teilte Paulaner-Chef Andreas Steinfatt am Freitag im Rahmen der angekündigten Pressekonferenz zum Nockherberg mit. Das Derblecken und das Singspiel sei aber ohne die Politker vor Ort sinnlos, so Steinfatt. Man stehe in Absprache mit den Behörden, so Steinfatt. Ob das Starkbierfest generell abgesagt werden müsse, ist noch nicht entschieden.

Inzwischen hat sich Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml in einer Erklärung an die Presse entsprechend geäußert. Unklar ist, ob das Starkbierfest auf dem Nockherberg wie geplant stattfinden wird. „Der Schutz der Bevölkerung hat für uns oberste Priorität“, heißt es in der Erklärung, die Staatsministerin Huml an die Presse gegeben hat: „Natürlich bedauere ich es, wenn der Starkbieranstich auf dem Nockherberg abgesagt oder verschoben wird. Aber wir folgen den medizinischen Empfehlungen des bayerischen Corona-Krisenstabs. Dies gilt auch für eine Veranstaltung wie den Starkbieranstich auf dem Nockherberg.“ Mit der Absage soll eine weitere Ausbreitung des Corona-Virus in München verhindert werden.

Über das Stattfinden der Veranstaltung war in den vergangenen Tagen wiederholt diskutiert worden. Im Anschluss an den Anstich war vom 13. März bis zum 5. April das Starkbierfest geplant. Auch andere Großveranstaltungen waren in den vergangenen Tagen in ganz Deutschland wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus abgesagt worden - darunter etwa die Internationale Handwerksmesse in München und die Tourismusmesse in Berlin.

Das Derblecken war in der Vergangenheit schon mehrfach ausgefallen. 2014 wurde die Veranstaltung nach dem Amoklauf an einer Schule in Winnenden bei Stuttgart verschoben. In den Jahren 1991 und 2003 erfolgte eine Absage wegen der damaligen Irak-Kriege.

Laut Steinfatt waren in diesem Jahr 570 geladene Gäste für das Derblecken eingeplant, es habe zunächst nur zehn Absagen gegeben.

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