"Kann sehr gefährlich werden" Grand-Slam-Jahr beflügelt Powerfrau Niemeier

Auf dem Weg nach oben: Jule Niemeier. Foto: imago

Jule Niemeier nimmt trotz des Aus im Achtelfinale der US Open eine wichtige Erkenntnis mit nach Hause: Die deutsche Hoffnungsträgerin kann mit den Besten der Welt mithalten.

Als ihr erstaunliches erstes Grand-Slam-Jahr gerade ein Ende gefunden hatte, fühlte sich Jule Niemeier nur noch mehr angestachelt. "Jetzt heißt es zurückfliegen, ein paar Tage ausruhen und dann wieder trainieren", sagte die 23 Jahre alte Hoffnungsträgerin des deutschen Frauentennis in New York und blickte entschlossen drein.

Mit dem Traum vom nächsten Viertelfinale auf der größten Bühne hatte es nicht sollen sein, doch die Erkenntnisse aus ihrer 6:2, 4:6, 0:6-Niederlage gegen die Weltranglistenerste Iga Swiatek und ihren drei Erfolgen bei den US Open hätten nicht wertvoller ausfallen können. Niemeier kann mit ihrer Power, ihrer Variabilität und ihrer mentalen Stabilität mit den besten Spielerinnen der Welt mithalten - und ist bereit, den nötigen Schweiß für den nächsten Schritt zu investieren.

Niemeier wohl künftig bei allen Majors im Hauptfeld

"Wenn ich das konstant halten kann in den nächsten Monaten und Jahren, kann ich auf der Tour sehr gefährlich werden und viele gute Spielerinnen schlagen", sagte Niemeier. Es sei "einfach viel Potenzial da", das sie "ausschöpfen" wolle. Ihr deutlich verbessertes Ranking in den Top 75 der Welt wird dabei helfen. Künftig dürfte die wohl baldige deutsche Nummer eins bei allen Majors im Hauptfeld stehen.

Bundestrainerin Barbara Rittner betont schon seit Längerem das Potenzial der 1,78 Meter großen Athletin mit dem harten Aufschlag. Niemeier habe "alle Waffen einer Spitzenspielerin", sagte Rittner. In Paris, als sie sich bei ihrem Major-Debüt knapp geschlagen geben musste, deutete sie dies bereits an. Seit dem Viertelfinaleinzug in Wimbledon scheint Niemeier aber nun auch zu wissen, wie sie diese Waffen konstant einsetzt.

Niemeier ist ein Vorbild für deutsche Talente

Für das deutsche Frauentennis ist dies in der Phase eines Umbruchs eine enorm wichtige Nachricht. Die dreimalige Grand-Slam-Siegerin Angelique Kerber ist in einer Babypause. Andrea Petkovic hat nach ihrer Erstrundenniederlage in New York ihr Karriereende verkündet, Julia Görges schon länger aufgehört. Also müssen neue Gesichter her, und Niemeier ist so eines. Bodenständig und klar neben dem Platz, angriffslustig und furchtlos, sobald sie den Schläger in die Hand nimmt.

Die Dortmunderin ist mit ihrer Entwicklung ein Vorbild für weitere Talente wie Nastasja Schunk, die in Paris bereits ihr Grand-Slam-Debüt gefeiert hat, oder Eva Lys, die in New York erst an der finalen Quali-Hürde scheiterte. Beharrliche Arbeit zahlt sich aus.

Arbeit mit Trainer Kas trägt Früchte

Bei Niemeier setzt sich das Puzzle auch aufgrund ihres professionalisierten Umfelds immer mehr zusammen. Die Arbeit mit Trainer Christopher Kas trägt Früchte, sie hat mittlerweile in Florian Nowy auch einen persönlichen Physiotherapeuten und Athletiktrainer dabei. "Ich glaube, dass wir einfach als Team konstant gut gearbeitet haben. Wirklich in jeder einzelnen Einheit", sagte Niemeier, die viele Stunden im Gym verbrachte, um ihre Matchfitness zu steigern.

Mit den Erfolgen ihres ersten Grand-Slam-Jahres im Rücken verspürt sie die große Motivation, darauf aufzubauen. Und sich immer näher an die Weltspitze heranzupirschen.

 
 
 

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