Wörth an der Donau. Ihre ersten Kurzgeschichten hat Bettina Auer mit 13 Jahren geschrieben. Die waren der jungen Autorin aus dem Landkreis Regensburg aber bald zu kurz. Sie wollte mehr Platz. Ihren ersten Roman "Liryá" veröffentlichte sie mit 16 Jahren im AAVAA-Verlag. Mittlerweile hat die heute 21-Jährige ihr fünftes Buch fertiggestellt, das im Herbst 2013 veröffentlicht wird. Ihrem Genre Fantasy ist sie dabei immer treu geblieben. Wie sie ihren ersten Roman geschrieben hat und welche Tipps sie anderen Autoren gibt, erzählt sie im Gespräch mit Freistunde.

Bettina, welche Autoren sind deine Vorbilder?

Bettina: Auf jeden Fall Markus Heitz. Sein Buch "Die Zwerge" ist mein absolutes Lieblingsbuch. Markus Heitz hat einen tollen Schreibstil. Das Buch ist nicht zu brutal, aber auch nicht zu humorvoll. Die Charaktere sind liebenswert. Auch die Welt ist sehr schön, die er beschreibt. Außerdem mag ich die "Eragon"-Reihe von Christopher Paolini und auch "Der Herr der Ringe" sehr gern.

In deinem ersten Roman "Liryá - Smaragd" geht um Drachen, Magie und einen kalten Krieg. Deine Hauptfigur ist eine Drachenreiterin. Das klingt etwas nach "Eragon".


Bettina: Ja, anfangs habe ich mich von "Eragon" und den Drachenreitern inspirieren lassen. Ab Mitte des Romans und besonders ab Teil zwei hat die Geschichte aber nichts mehr mit "Eragon" zu tun. Ich finde das auch nicht schlimm. Ich habe mich inspirieren lassen. Das machen viele Autoren. Dann habe ich meinen eigenen Weg und meinen eigenen Stil gefunden.

Hast du deshalb einen weiblichen Hauptcharakter gewählt, um dich von "Eragon" abzusetzen?

Bettina:
Ich habe in all meinen Kurzgeschichten männliche Hauptfiguren. In meinem ersten Buch wollte ich mal was anderes ausprobieren. Das war eigentlich eher Zufall.

"Liryá" spielt in der fiktiven Welt Arzora. Wie ist diese Welt?

Bettina: Arzora ist meine eigene Vorstellung einer Fantasywelt. Es gibt vier Reiche, das Wasser-, das Wind-, das Erd- und das Feuerreich. Sie umschließen den Elora-See. Er ist nach einer früheren Königin benannt. In Arzora leben Menschen, Elben, Orks und auch Zwerge.

Die Drachenreiterin Liryá ist anfangs sehr zurückhaltend und öffnet sich erst nach und nach. Gibt es da Parallelen zu dir selbst?

Bettina: Ja, etwas. Ich war auch immer sehr schüchtern und habe mich nicht getraut, etwas zu sagen. Das hat sich aber jetzt gelegt, vor allem dank meiner Ausbildung. Ich muss ja schon allein beruflich auf Menschen zugehen.

Zu "Liryá" gibt es schon drei Fortsetzungen, vier weitere hast du noch geplant. Hast du Angst vor dem Ende?

Bettina: Ja, auf jeden Fall. Ich mag es nicht, wenn Geschichten enden. Ich selbst lese auch fast nur mehrteilige Bücher und ärgere mich, wenn es vorbei ist. Deswegen habe ich auch mit den Kurzgeschichten aufgehört. Ich schreibe gerne sehr ausführlich und mag immer weitermachen.

Im Herbst erscheint deine neue Reihe: "Die Wächter". Wie lange brauchst du für ein Buch?

Bettina: Ich brauche etwa ein Jahr pro Buch. Aber das ist sehr unterschiedlich. Je nachdem, wie mir die Ideen dazu einfallen. Ich schreibe etwa fünf bis sechs Seiten am Tag. Für "Liryá" habe ich etwa ein Jahr gebraucht, für "Die Wächter" etwas länger - etwa eineinhalb Jahre. Ich selbst finde "Die Wächter" sehr viel ausgereifter - sowohl die Ideen als auch die Ausdrucksweise.

Hättest du erwartet, dass deine Geschichten veröffentlicht werden?

Bettina: Eine Autorenfreundin hat mir den AAVAA-Verlag in Berlin vorgeschlagen. Ich habe mich auf gut Glück beworben. Als ich tatsächlich die Zusage bekam, habe ich erst etwa fünf Minuten geweint, bevor ich antworten konnte. Hier muss der Autor keine Vorauszahlung leisten, aber um das Lektorat, also das Gegenlesen, die Werbung und das Titelbild muss man sich selber kümmern. Den Rest erledigt der Verlag.

Welchen Tipp kannst du anderen Jungautoren geben, die ihre Bücher auch in einem Verlag veröffentlichen möchten ?

Bettina:
Niemals aufgeben und immer weiterschreiben. Auch wenn man irgendwann der Meinung ist, der Entwurf sei doof. Lasst doch jemand anders mal drüberlesen, auch Leute, die selber schreiben. In vielen Foren im Internet können sich junge Autoren dazu austauschen. Lest den Buchentwurf selbst oft durch und ergänzt noch Details. Wichtig ist auch ein gutes Lektorat, das das Buch inhaltlich und grammatikalisch überarbeitet.

Vielen Dank für das Gespräch.