Hilpoltstein/Lamer Winkel Nachwuchs im "Luchs-Bermudadreick"

Zum ersten Mal seit Jahren wurde im "Bermudadreick für Luchse" Nachwuchs gesichtet. Foto: Youtube/ Karl-Heinz Schindlatz

Der LBV hat Videoaufnahmen von Wildkameras aus dem Lamer Winkel veröffentlicht, die eine Luchsmutter mit ihren zwei Jungen zeigt. Im Gebiet Lamer Winkel sind in den letzten Jahren immer wieder Luchse verschwunden oder getötet worden (Lesen Sie dazu auch "Kein Unfall: Toter Luchs kam durch Gewalt ums Leben" oder "Luchse getötet und verstümmelt: 1.000 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt"). Deshalb bezeichnen Tierschützer das Gebiet mittlerweile als "Bermudadreick". Der LBV freut sich über die Luchsbabys im Gebiet Lam.

Umso mehr freut sich der LBV-Vorsitzende jetzt über den Nachwuchs: „Diese Entdeckung gibt uns Hoffnung, aber wir müssen nun alles daran setzen, dass die jungen Luchse dort überleben und nicht wieder Opfer von kriminellen Handlungen werden“, so Dr. Norbert Schäffer in einer Pressemitteilung.

Sie zeigen die Luchsjungen und ihre Mutter im Abstand einiger Monate.

Nach den traurigen Ereignissen der letzten sechs Jahre (mindestens fünf Luchse wurden getötet, weitere 14 gelten als verschollen) ist dies die erste positive Meldung zur Entwicklung der bayerischen Luchspopulation. Die Aufnahmen bringen die Gewissheit, dass sich die Luchse auch in diesem Bereich des Bayerischen Waldes wieder vermehren. Die Mutter der beiden im Mai geborenen Jungluchse ist dem LBV bekannt. Der jüngste der beiden Videobeweise zeigt, dass sich die Tiere weiterhin bester Gesundheit erfreuen. „Es wäre unfassbar, wenn nun weitere Luchse verschwinden würden und deshalb hoffen wir, dass die zurückliegenden Umweltkriminalitätsdelikte die letzten in diesem Zusammenhang waren“, so Schäffer weiter.

Der erste Luchs-Nachwuchs in der Region seit 2012 soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die bayerische Gesamtpopulation noch lange nicht gesichert ist. „Wir brauchen mehr positive Meldungen dieser Art. Die Tiere benötigen dringend den Schutz der Jägerschaft und der Staatsforsten“, so Karl-Heinz Schindlatz, Vorsitzender der LBV-Kreisgruppe Cham. „Es liegt uns sehr viel daran, dass der Luchs im Bayerischen Wald wieder überleben kann. Außerdem ist er ein Aushängeschild für die Ferienregion und den dortigen Tourismus“, sagt Schindlatz weiter.

 

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