Fremdenverkehr in der Region

Mehr Touristen – und doch kein Grund zur Freude


Der Stadtplatz in Landshut

Der Stadtplatz in Landshut

Von Florian Pichlmaier

Immer mehr Gäste kommen nach Bayern. Für Hotelbetreiber ist das aber kein Grund zum Jubeln.

Das Bayerische Landesamt für Statistik sieht in den Tourismus-Zahlen für den Oktober einen Aufwärtstrend. Klar: Über 9,3 Millionen Übernachtungen in ganz Bayern sind 3,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. In der Stadt Landshut etwa übernachteten von Januar bis Oktober rund ein Drittel mehr Menschen als im Vorjahr.

Mehr Betten, weniger Auslastung

Rita Mautz, Geschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Niederbayern, bleibt skeptisch: "Im Endeffekt gibt es bloß mehr Betten - die Kapazitäten sind gewachsen." Gleich zwei neue Hotels sind am Landshuter Hauptbahnhof entstanden, besonders für Geschäftsreisende sei das attraktiv. Für die Stadt bedeutet das mehr Übernachtungsgäste (130.000 bis Oktober), die Zahlen im Landkreis dagegen sinken (90.000 im gleichen Zeitraum).

Doch von nackten Zahlen hält Rita Mautz nichts, wichtig sei die Auslastung der Unterkünfte. Und die solle möglichst bei 60 oder 70 Prozent liegen, auf jeden Fall aber über 50 Prozent. Die Realität: Rund 40 Prozent, im Landkreis deutlich weniger. Gerhard Hutzenthaler, Kassier beim Dehoga, betreibt selbst ein Hotel mit Gaststätte. Seine Alarmglocken läuten noch nicht: "Der Kuchen teilt sich nur auf mehr Stationen auf."

Biertrinken für mehr Kundenbindung

Im Landkreis Straubing-Bogen verhält es sich umgekehrt: Während in der Stadt im Oktober fast 14 Prozent weniger Menschen übernachteten, legte der Landkreis um fünf Prozent zu. 73.000 Gästen in Straubing stehen 178.000 im Landkreis gegenüber. Beim Charme von Karl Bauer aus Oberzeitldorn ist das Übergewicht außerhalb der Stadt kein Wunder. Bauer sorgt schon bei der Ankunft seiner Gäste für Kundenbindung: "Mir kinnan fei gern auf d'Nacht amal a Bier dringa."

Übrigens: Der Landkreis Cham steckt in der Region mit knapp 430.000 Gästen alles in die Tasche - fast so viele, wie Landshut und Straubing zusammen. Außerdem bleiben die Reisenden hier länger: Vier Nächte statt zwei im Durchschnitt, bei 1,7 Millionen Übernachtungen bis Oktober.