Frau aus Dingolfing betrogen Mutmaßliche Betrüger erstatten "Anzeige" gegen Komplizen

Die beiden Verdächtigen sitzen inzwischen in einem Gefängnis. (Symbolbild) Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolbild
Die beiden Verdächtigen sitzen inzwischen in einem Gefängnis. (Symbolbild) Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolbild

Mitte April haben falsche Kripobeamte eine 62-Jährige aus Dingolfing dazu gebracht, ihnen mehrere Tausend Euro und ihren BMW zu überlassen. Nun ist es der Polizei gelungen, zwei Verdächtige zu schnappen und festzunehmen - und das unter anderem dank eines Hinweises der mutmaßlichen Drahtzieher.

Immer wieder gelingt es Telefonbetrügern, gerade ältere Menschen dazu zu überreden, ihnen ein Vermögen zu überlassen. Dabei erzählen die Betrüger laut Angaben der Polizei die unterschiedlichsten Geschichten, um ihre Opfer zu überzeugen. Einmal braucht angeblich das Enkelkind dringend finanzielle Unterstützung, das andere Mal wollen vermeintliche Kriminalbeamte Geld und Schmuck vor Einbrechern in Sicherheit bringen. Im vergangenen Jahr sind alleine in Niederbayern bei der Polizei über 1.000 Fälle mit falschen Amtspersonen, Enkeltrickbetrug und Gewinnversprechen angezeigt worden – der dadurch entstandene Schaden betrug über 1,6 Millionen Euro.

Im Fall der Dingolfinger Rentnerin kam der entscheidende Hinweis nun von den Betrüger selbst - denn die mutmaßlichen Drahtzieher des Betrugs fühlten sich inzwischen selbst von ihren Helfern betrogen. Die beiden sogenannten "Abholer" sollen nämlich das Geld sowie den Erlös aus dem Autoverkauf selbst behalten haben. Das passte den mutmaßlichen Drahtziehern gar nicht und so meldeten sie sich Ende April telefonisch bei der Dingolfinger Polizei und "erstatten Anzeige" gegen einen der beiden Verdächtigen - einen 20-jährigen Deutschen aus Nordrhein-Westfalen. 

Weitere Hinweise führten die Ermittler schließlich zu dem 20-jährigen Verdächtigen und einem weiteren 18-jährigen Mann, die in den Fall verwickelt sein sollen. Die Staatsanwaltschaft Landshut beantragte gegen die beiden Tatverdächtigen Haftbefehle beim Amtsgericht Landshut wegen des dringenden Tatverdachts des banden- und gewerbsmäßigen Betruges. Die Polizisten nahmen die beiden Männer am Sonntag in München fest. Ein Richter erließ am Montag Haftbefehle gegen beide. Sie kamen ins Gefängnis.

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