Fitness in der Natur Nordic Walking: Tipps von Thomas Hinterholzer

Thomas Hinterholzer im NIEDERBAYERN TV Interview. Foto: Andreas Reichelt

Ein Mann, zwei Stöcke, viele Titel. So könnte man die Laufbahn von Thomas Hinterholzer zusammenfassen. Ob bayerische oder deutsche Meisterschaften im Nordic Walking: Wenn er auftaucht, bringt er einen Pokal mit nach Hause. Oder gleich mehrere.

Bayerischer Meister über 10 Kilometer. Bayerischer Meister über 15 Kilometer. Deutscher Vizemeister über 16,4 Kilometer. Und jeweils Sieger der Altersgruppe M50. So seine Ausbeute der letzten Wettkämpfe.

Als Thomas Hinterholzer bei unserem Interview seine Pokale neben sich aufbaut, bin ich beeindruckt. Mit welchem Objektiv soll ich diese Menge ins Bild holen?! Ich stelle die Kamera scharf und werde mir bewusst: All diese Pokale stammen aus einem einzigen Jahr.

Dabei kam er ganz zufällig zu der Sportart, die viele eher mit Kurorten oder sanfter Bewegung verknüpfen. "Ich jogge und habe das früher wettkampfmäßig gemacht", erklärt der Wahl-Griesbacher. Da er an dem jährlichen Nordic-Walking-Marathon der Gemeinde in der Organisation mitarbeitet, rutschte er in diese Sportart förmlich hinein. "2015 habe ich mich spontan für die deutsche Meisterschaft über 10 Kilometer in Roding angemeldet", erzählt er. "Gehen kann ich, laufen kann ich, also Kondition habe ich." Auf Anhieb belegt er in seiner Altersklasse den dritten Platz. ​

Naturerlebnis Walking

Seine Hausstrecke hat wenig mit einem Sportplatz zu tun. Es sind die Wälder um Bad Griesbach, die es dem austrainierten Leistungssportler angetan haben.

Hauptberuflich arbeitet Thomas Hinterholzer bei einer Firma in Österreich im Lager. Wenn er nach Hause kommt, hat er nur noch eins im Sinn: "Nordic-Walking-Klamotten an und gleich rausgehen!"

Durch den Stockeinsatz wird der gesamte Organismus trainiert – ein Faktor, den der Sportler besonders schätzt. Die Einfachheit der Sportart ist dabei ein besonderer Bonus. Es bedarf keines Trainingspartners, keiner kostenintensiven Ausrüstung und keiner Turnhalle. Und doch gibt es einige kleine Dinge zu beachten. ​

Nordic Walking will gelernt sein

Ein Großteil der Menschen, die Thomas Hinterholzer mit Stöcken entgegenkommen, nutzen eine zumindest partiell falsche Technik – ihren Stockeinsatz nennt er gerne "Melktechnik". Als ob sie die Zitzen eines Kuheuters hielten, tragen sie die Stöcke mehr vor sich her, als dass sie aktiv Vortrieb durch Abstoßen erzeugten.

Daher plädiert er dafür, den Sport in einem Kurs zu erlernen. Außerdem rät er dazu, anfangs eine eher flache Route zu wählen, so dass man die Belastung für den eigenen Körper einfacher dosieren kann. Das hätten wir beim Dreh wohl auch besser tun sollen. Denn als er mir die korrekte Technik demonstriert, kann ich mit meiner Schulterkamera nicht Schritt halten. Nicht, ohne dabei das Bild zu verwackeln. Völlig außer Atem baue ich mein Stativ auf und beschließe, ihn einfach durchs Bild laufen zu lassen. ​

Equipment-Tipps

Gutes Schuhwerk sei auch beim Nordic Walking essenziell. Zwar bedürfe es keiner auf die Sportart zugeschnittenen Walkingschuhe, gute Jogging- oder Wanderschuhe sollten es jedoch schon sein. Auch empfiehlt Hinterholzer, keine Teleskopstöcke zu verwenden, sondern solche, die in einem Stück gefertigt sind. Bei den Schlaufen am Griff und den Spitzen gäbe es unterschiedliche Geschmäcker.

Er selbst verwendet übrigens Langlauf-Schlaufen und zweizackige Spitzen vom Rollerbladen. "Je leichter der Stock ist, desto einfacher", fasst er seine Erkenntnisse zusammen. ​

Wettbewerbe 2021

Wie es mit Meisterschaften und Trainingszielen in diesem Jahr aussehen wird, kann Thomas Hinterholzer noch nicht sagen. Zu sehr seien solch Veranstaltungen auch von den Kontaktbeschränkungen abhängig. Jedoch gibt ihm der Sport Freude und Lebensqualität. Und diese sind nicht an Titel und Pokale gebunden.

Lesen Sie weitere Geschichten aus der Heimat im aktuellen NIEDERBAYERN TV Magazin.

Weitere Artikel

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading