Entlasten, entfesseln, investieren - auf diesen Dreiklang setzt die FDP im Bundestagswahlkampf. Für Bürger und Unternehmen soll es Steuerentlastungen geben, die überbordende Bürokratie soll abgebaut werden und es braucht eine Menge Geld für anstehende Transformationsprozesse. Bayerns Spitzenkandidat und Landeschef Daniel Föst erklärt im Interview mit unserer Redaktion, wie sich die Liberalen das genau vorstellen und warum man "Menschen auch einfach mal machen lassen muss".

Herr Föst, die Umfragewerte für die FDP mit aktuell zwischen elf und zwölf Prozent sind so gut wie lange nicht. Die FDP will ab September mitregieren - am liebsten nur mit der Union, das ist kein Geheimnis. Aber wie steht die FDP zu einer Deutschland- oder Ampel-Koalition?

Daniel Föst: Wir sind anschlussfähig zu allen Parteien der demokratischen Mitte. Am liebsten mit der Union, weil wir da die meisten Gemeinsamkeiten haben. Wir sollten aber auf gar keinen Fall die Union mit den Grünen alleine lassen. Die Union hat immer wieder gezeigt, dass sie in einer Koalition formbar ist. Unser Ziel als FDP ist, so stark zu werden, dass keine Koalition ohne uns möglich ist. Erstens ist damit sicher Rot-Rot-Grün verhindert. Zweitens braucht es auch eine Kraft, die Nachhaltigkeit sowohl mit Blick auf Umwelt und Klima, aber auch in den Finanzen will. Es braucht eine Kraft, die auch technologieoffen ist und nach vorne denkt und Deutschland bewegen will.

Was ist denn nun mit einer Ampel?

Föst: Wir sind in einer relativ stabilen Ampel in Rheinland-Pfalz. Aber offen gesagt, wenn ich mir die Wahlprogramme von SPD und Grünen anschaue, fehlt mir die Fantasie, wie das klappen soll.

Wenig Schnittmengen also.

Föst: Wahrscheinlich zu wenig, ja. FDP-Parteivorsitzender Christian Lindner hat am Montag noch mal klargemacht, dass wir Freie Demokraten zwei rote Linien haben, die wir nicht überschreiten wollen. Zum einen Steuererhöhungen. Deutschland ist Abgaben- und Steuerweltmeister, nirgends zahlen Sie mehr, wenn Sie direkte, indirekte Steuern und Abgaben addieren, als in Deutschland. Grüne und SPD haben eher das Motto: Steuererhöhungen hipp, hipp, hurra. Wie das mit der FDP klappen soll, weiß ich nicht.

Und die zweite rote Linie?