Ergolding Massenschlägerei und Tumulte in Asylbewerberunterkunft

Zahlreiche Ausschreitungen in der Ergoldinger Flüchtlingsunterkunft hielten am Donnerstag die Polizei auf Trab. Foto: Mathias Adam - Symbolbild

Mehrfach musste die Landshuter Polizei gestern Nacht zu einer Flüchtlingsunterkunft in Ergolding ausrücken. Immer wieder gingen Meldungen über diverse Tumulte ein.

Los ging die schier unendliche Geschichte gegen 20.50 Uhr, als die Polizei wegen einer Auseinandersetzung in der Asylbewerberunterkunft alarmiert wurde. Als die Beamten vor Ort eintrafen, schienen die Wogen allerdings wieder geglättet zu sein. Die Ermittlungen der Polizisten vor Ort ergaben, dass sich zuvor ein 22-jähriger Syrer und 20-jähriger Afghane in die Haare bekommen hatten. Einem weiteren Syrer gelang es aber zum Glück, den Streit zu schlichten. Trotzdem erlitt der Afghane bei dem Gerangel leichte Verletzungen. In diesem Fall leitet die Polizei Ermittlungen wegen Bedrohung und gefährlicher Körperverletzung ein. Außerdem wurde allen Beteiligten die Leviten gelesen.

Um 23.25 Uhr dann der nächste Notruf bei der PI Landshut. Wieder drohte die Lage in der Flüchtlingsunterkunft in Ergolding zu eskalieren. Auslöser war diesmal ein 19-jähriger Afghane, der mit einer Eisenstange wild um sich schlug, allerdings niemanden damit traf. Noch bevor die Polizei diesmal vor Ort war, machte sich der junge Afghane aus dem Staub, konnte aber zumindest namentlich ermittelt werden.

Zum zweiten Mal zogen die Polizisten also in dieser Nacht von der Asylbewerberunterkunft in Ergolding ab. Allzu lange hielt der vermeintliche Friede jedoch nicht. Gegen 1 Uhr ging der nächste Notruf bei der Polizei ein. Diesmal war von keinem Gerangel mehr die Rede, sondern von einer Massenschlägerei zwischen einer Gruppe Syrern und Afghanen. Ein Großaufgebot der Polizei mit Unterstützung aus Dingolfing, Vilsbiburg, Wörth, Mainburg, Moosburg und der Bundespolizei machte sich sofort auf den Weg nach Ergolding. Ebenso, wie einige Sanitäter. Bei den Tumulten in der Unterkunft wurden insgesamt elf Bewohner verletzt, zwei davon schwer. Ein Mann wurde mit einem Messer verletzt, ein weiterer wurde schwer am Kopf verwundet. Beide schweben jedoch nicht in Lebensgefahr. Fünf Tatverdächtige wurden vorläufig festgenommen.

Zur Beruhigung der Situation vor Ort blieb diesmal allerdings der Einsatzzug der Operativen Ergänzungsdienste Landshut in der Unterkunft. Das zuständige Landratsamt Landshut wurde noch in der selben Nacht über die Ausschreitungen informiert. Die Ermittlungen der Polizei laufen derweil auf Hochtouren. Für die zahlreichen Vernehmungen sind Dolmetscher erforderlich. Die Kripo Landshut ermittelt in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Landshut auch wegen eines versuchten Tötungsdeliktes.

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