Das Symbol dieser Tage für Toleranz und Vielfalt ist der Regenbogen. Er ist nahezu überall zu finden. Doch trägt diese Bewegung auch zu einer nachhaltigen und positiven Veränderung für Homosexuelle bei? Oder steckt dahinter vielmehr politisches und wirtschaftliches Kalkül?

Zumindest medial sorgt die Regenbogen-Debatte allemal für Aufmerksamkeit. Welchen Nutzen haben aber Betroffene davon? Wir haben dazu zwei Homosexuelle aus Straubing befragt. Einer von ihnen ist der 28-jährige Daniel N. (Name von der Redaktion geändert). Er sagt: „Ich sehe dadurch keine Veränderung zum Positiven.“ Ihn beschleicht viel mehr das Gefühl, dass das Thema zunehmend von Politikern im Wahlkampf oder auch von Firmen instrumentalisiert wird. „Dabei handelt es sich in einigen Fällen um Firmen, die in Ländern produzieren, die Menschen ausbeuten. Da sehe ich eine gewisse Doppelmoral“, kritisiert Daniel.

Dabei sind Regenbogen mittlerweile omnipräsent: Auf T-Shirts, Fahnen, Gebäuden oder auch Anstecknadeln von Politikern. Sensibilisiert man die Bevölkerung dadurch für das Thema oder läuft man vielmehr Gefahr, dass man durch eine derartige Regenbogen-Flut das Gegenteil erreicht? Sprich, weniger Toleranz. Auch Daniel gibt zu: „Man sieht mittlerweile überall Regenbogen. Das geht mir selbst schon auf den Geist.“

Was aber würde Betroffenen stattdessen mehr helfen, als nur ein bloßes Symbol mit Strahlkraft?