Ein waschechter Niederbayer Zum Weißwurstfrühstück bei Fredl Fesl

Redakteur Andreas Reichelt war zu Besuch bei Familie Fesl. Foto: Andreas Reichelt

Er ist ein begnadeter Gitarrist und Jodler. Sein Gesang gefällt den Massen. Doch Fredl Fesl ist vor allem ein sympathischer Mensch voller Ideenreichtum.

„Meine niederbayerische Heimat Niederbayern.“ Eine Formulierung, die meine Kindheit prägte. Die ich oft zu hören bekam.

Ich gehöre zu einer Generation, die mit ganz besonderen Eindrücken aufwuchs. Wir durften auf Bäume klettern. Wenn wir mit dem Radl stürzten, gab es keinen Arztbesuch sondern ein Pflaster. Amerika war weit weg, nur Niederbayern war schon damals unser „Dahoam“.

Vieles hat sich nach der Jahrtausendwende verändert.

Doch als ich meinen Kindern jüngst ein Lied von Fredl Fesl vorspielte, mussten sie genauso lachen, wie ich in ihrem Alter. Manche Dinge bleiben gleich. Fredls Wirkung auf Menschen gehört scheinbar dazu.

Umso mehr freue ich mich über die Einladung zum Interview. Als ich den Feldweg zum „Sacherl“ der Fesls entlangfahre, bekomme ich bereits ein Gefühl für die Menschen, die hier leben. Unter blühenden Obstbäumen hindurch führt der Weg in ein Idyll, das man heutzutage nur noch selten vorfindet.

Es gibt einen Wachhund, klar. Aber Landseer-Mischlingshündin „Mogli“ versteht ihre Aufgabe etwas anders. „Unser Wachhund! Wenn sie wach ist, wedelt sie mit dem Schwanz“, erklärt mir Fredl Fesl. Er pflegt seinen berühmten Humor immer noch. Schee!

Ob ich Vegetarier sei, fragt mich seine Frau. Als ich verneine, scheint sie erleichtert: „Gut, ich habe gerade frische Weißwürste geholt. Essen wir erst mal.“ ​

Aufgewachsen im Bayerwald

Als die Fesls im Jahr 1947 einen Jungen bekommen, geben sie ihm den Namen Alfred. Schon früh wird jedoch klar, dass er eher ein „Fredl“ ist. In seiner selbst verfassten Kurzbiographie schreibt er, dass er für den Kindergarten „gänzlich ungeeignet“ war. Er hatte schon immer seinen eigenen Kopf.

„Meine Freiheit, das heißt mein selbstbestimmtes Handeln, war mir immer sehr wichtig“, erklärt er im Interview. „Ich hab halt einfach immer das gemacht, wozu ich Lust hatte, beziehungsweise was ich ausprobieren wollte.“

Ausprobiert hat Fredl in seinem Leben so Einiges. Er versuchte sich als Kürschner, Bühnenschreiner beim Film, Statist, Schlosser, Modeschmuckverkäufer, Sperrmüllsammler, Antiquitätenhändler und - mein persönlicher Favorit - als Bierfahrer. Doch hängen geblieben ist er beim Gitarrenspiel. Während seiner Zeit bei der Bundeswehr hat er die ersten Griffe erlernt. Zunächst diente ihm das Instrument nur dazu, in einem Münchner Szenelokal kostenlosen Eintritt zu erhalten. Als er jedoch auf die Bühne durfte, oder besser gesagt „musste“, wurde seine Wirkung auf das Publikum offenbar.

Er hat mit seinen Auftritten eine ganze Generation geprägt. „Die Leute haben halt einen komischen Geschmack“, schmunzelt er dazu. ​

Ein Anwesen wie aus einer anderen Welt

Zwischen Weißwurst-Frühstück und Kaffeetrinken machen wir einen Rundgang im Hof der Fesls. An jedem Eck treffen wir auf Eigentümlichkeiten, die der Fredl selbst gebaut hat.

Da wäre zum Beispiel sein „Immerwährender Bierbrunnenofen“. Aus einer Bierflasche und einigen Schweißarbeiten hat er eine Vorrichtung samt kopfstehender Bierflasche an den Holzofen geschraubt. Durch eine Pumpe im Innern der Vorrichtung sieht es so aus, als würde aus der Flasche ständig Bier ausgegossen, nur dass die Flasche nie leer wird. Humor für Bayern.

Oder gar sein „Dart-Schutzhelm“. Es gebe auch eine „Dart-Schutzmütze“, sagt er, doch die finden wir gerade nicht. Ich frage mich, was dahinter wohl steckt. Fredl liefert sofort die Antwort: „Die Österreicher haben zweifelsfrei bewiesen, dass eine Mütze sicherer ist, als ein Helm. Von einer hohen Brücke haben sie mal einen Helm und eine Mütze hinunterfallen lassen. Die Mütze war ganz, der Helm kaputt.“ Ich muss hellauf lachen. Fredl schmunzelt. Er ist kein lauter Geselle, sein Humor ist intelligent, kreativ und feinsinnig.

Den vollständigen Artikel lesen Sie im NIEDERBAYERN TV Magazin, Ausgabe 7. Sie finden es kostenlos zum Download unter www.passau-magazin.de.

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