Ein Arzt im Interview Könnte es auch in Deutschland Tote durch Liquids geben?

Könnte es denn in Deutschland zu ähnlichen Vorfällen kommen wie in den USA, wo es Krankheitsfälle und Tote wegen den gepanschten Liquids gab?

Prof. Dr. Storck: Ja natürlich, in dem Moment, wo die Menschen hier zum Beispiel Cannabis-Öle oder Ähnliches mit in ihre Liquids mischen, ist das Risiko hoch. Deswegen muss man ganz klar sagen: Leute, macht das nicht, sondern kauft euch die offiziellen Liquids. Das ist ein Rat, den man jedem E-Zigaretten-Raucher geben muss – sonst kann sowas hier genauso passieren. Vor allem, weil das Risiko oft auch unbekannt ist, da das BfR noch längst nicht alle Misch-Varianten durchuntersucht hat. 

Zum Abschluss noch die Frage: Wie bewerten Sie denn die mediale Berichterstattung zum Thema E-Liquids und E-Zigaretten in den letzten Wochen und Monaten, gerade in Deutschland?

Prof. Dr. Storck: Ich würde mir eine objektivere Berichterstattung wünschen über die tatsächliche Zahl und die Ursachen der Zwischenfälle in den USA. Außerdem werden die Stellungnahmen der Aufsichtsbehörden leider selten bis nie erwähnt. Natürlich kann man Behörden auch misstrauen und natürlich ist die Presse gerne Sachen auf der Spur, nach dem Motto: 'Wir haben da was entdeckt, und das wird vertuscht!' Aber in diesem Fall halte ich das für falsch. Die Qualität der Recherche variiert auch sehr stark, habe ich festgestellt. Auch großen, überregionalen Zeitungen fehlt da manchmal die Ausgewogenheit. Ich halte es aber für grundfalsch, Angst vor der E-Zigarette zu schüren und die Menschen stattdessen weiter Zigaretten rauchen zu lassen. Diese Geräte mit Angst zu behaften und zu verschweigen, dass sie 95 Prozent weniger schädlich sind als Tabak-Rauchen, ist keine besonders gute Risiko-Aufklärung. 

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