Deutschland Urlaub auf der nordfriesischen Insel Föhr

Ständige Begleiter auf dem Deich. Foto: Axel Scheibe

Friesisch lernen mit dem Hotelier oder Bonbons selber machen - auf Föhr wird einem nicht langweilig. Bei "Waastwinj" klappt das noch ganz gut, da lässt sich "Westwind" bestens erraten. Aber dann wird es schnell schwieriger, wenn man dem Friesischen auf die Spur kommen will. Roluf Hennig, der Chef des kleinen Hotels "Waastwinj" auf der Insel Föhr, weiß das.

Schon die Straßennamen Jaardenhuug und Skuuljaat geben Rätsel auf. Ein guter Grund für den Hotelier, seinen Gästen ein ganz besonderes Angebot zu machen: einen kleinen Sprachkurs. Der eingeborene Insulaner muss schmunzeln, wenn er die Gäste in die Geheimnisse des Friesischen einführt. Schnell ist geklärt, was sich hinter den Straßennamen verbirgt: Schulgasse ist von "Skuuljaat" fast herleitbar und mit etwas Fantasie passt "Jaardenhuug" auch zum Grabhügel. Aber fürs Friesische braucht es letztlich wohl mehr als nur einen Urlaub auf Föhr. Außerdem gibt es auf dem Inselchen noch reichlich mehr zu entdecken.

Sprechende Grabsteine und ein quirliges Wyk

Es mag etwas makaber klingen, doch der ideale Einstieg ins Inselgeschehen ist ein Besuch auf dem Friedhof. Besonders der an der St. Laurentii-Kirche in Süderende verspricht Geschichte pur. Sprechende Grabsteine, teils einige hundert Jahre alt, erzählen nicht nur vom harten Alltagsleben, sondern künden auch vom Stolz der Föhrer, die auf allen Weltmeeren unterwegs waren. Wer dann noch das Glück hat, eine Führung bei Joachim Taege zu ergattern, weiß danach bestens Bescheid über die typischen Eigenheiten der Insel und ihrer Bewohner. So stößt man beim Besuch des Dr. Carl-Häberlin-Friesen-Museums auf so manches Exponat, dass eng verknüpft ist mit dem, was man von Joachim Taege erfahren hat. Wyk, der Hauptort der Insel, in dem nicht nur das Museum liegt, sondern von wo auch die Fähre vom Festland Menschen und Autos gleichermaßen übers Wattenmeer bringt, ist eigentlich fast ein wenig untypisch für Föhr. In den Straßen herrscht quirliges Treiben, die Souvenirläden sind bestens besucht. Cafés und Restaurants laden zur Pause ein. Am weiten Strand tummeln sich Groß und Klein im Sand und im Wasser, falls es gerade da ist.

Auf dem Rest der Insel geht es eher ruhig zu. Die hübschen, kleinen Dörfer bezaubern durch ihre typischen Häuschen. Da ist eines gepflegter als das andere und natürlich ziehen sich - quer über die Insel - Radwege, die dafür sorgen, dass man Föhr und seine reizvolle Landschaft ganz ohne PS-Gefährt erkunden kann. Rund 40 Kilometer kommen zusammen, nimmt man die "Große Runde" auf dem Fahrrad. Begleitet vom Blöken der Schafe auf dem Deich kann man die Seeluft pur in tiefen Zügen genießen. Wenn der Wind, der im Normalfall kräftig bläst, als Rückenwind von vorn ins Geschehen eingreift, vermisst kein Radler mehr die Berge. Vielleicht plant man dann einen kleinen Halt in Enken Brodersens Snupkroom. Ein Paradies für Naschkatzen! Wer will, kann sich sogar zum "Bonbon-Macher" ausbilden lassen.

Angesichts der vielen Schafe und Lämmer, die die Deiche bevölkern und damit ihren ganz speziellen Beitrag zum Schutz der Insel leisten, verwundert es nicht, dass Gerichte mit Lamm von den Speisekarten nicht wegzudenken sind. Verwunderlicher ist da eher, dass das inseleigene Käseangebot sich mehr auf Kuh und Ziege konzertiert. Während sich die Inselkäserei der Familie Hartmann um den traditionellen Käse aus Kuhmilch kümmert, ist die Spezialität des Ziegenhofs Matzen der Ziegenkäse. Beide Anbieter sind nicht nur auf den wöchentlichen Märkten in Wyk zu finden, sondern laden regelmäßig zu Führungen ein und bieten ihre Produkte auch im eigenen Hofladen an. Die Landwirte haben viel über ihre Tiere und die Arbeit auf der Insel zu erzählen. Und natürlich sind die kleinen, schneeweißen Zicklein der Matzens, die ungekrönten Lieblinge der kleinen Inselurlauber. So wie Schafe das Bild der Insel prägen, tun es auch die Windmühlen. Als Blickfang und Fotomotiv beliebt, werden sie liebevoll gepflegt. Unter ihnen auch die Wrixumer Mühle, an der es zwar außen noch reichlich zu tun gibt, die aber im Ausgleich dafür zu Führungen in ihr Innerstes einlädt.

Ringreiten gehört zu Föhr wie das Wattenmeer

Wenn Don Quijote mit seiner Lanze gegen Windmühlen gekämpft hat, so sind es für die Föhrer Reiter kleine Ringe, die sie mit ihren langen Lanzen aufspießen wollen. Die regelmäßigen Ringreiturniere sind ein spannendes Spektakel. Wer im vollen Galopp den kleinsten Ring trifft, gewinnt. Das Ringreiten ist eine der Traditionen, die zur Insel gehören wie das Wattenmeer. Apropos Wattenmeer - ein Stichwort, um das kein Besucher der Insel herum kommt. Zwar ist es ärgerlich, wenn das Wasser gerade nicht da ist, doch im Ausgleich dafür bieten Gezeiten und Wattenmeer die einmalige Chance ausgedehnte Wanderungen auf dem "Meeresgrund" zu unternehmen. Ob zu den Seehundbänken oder gar bis zur Nachbarinsel Amrum führen die Touren. Das sollte sich keiner entgehen lassen.

Weitere Informationen: www.foehr.de.

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