Bundesumweltministerin Svenja Schulze drängt auf mehr Klimaschutz. Den Umbau hin zu erneuerbaren Energien will sie sozialökologisch gestalten. Für die Bürger müsse es Entlastungen geben - "das fordere ich auch offensiv ein", sagt die SPD-Politikerin im Interview mit unserer Redaktion. Kritik übt sie an der Bundeslandwirtschaftsministerin.

Frau Schulze, Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat am Dienstag ihre Waldstrategie bis zum Jahr 2050 vorgestellt. Gibt sie den richtigen Kurs vor?

Svenja Schulze: Sie hat leider die Chance verpasst, eine gemeinsame, abgestimmte Strategie der Bundesregierung vorzulegen. Das ist schade, denn der Schutz der Wälder ist ungeheuer wichtig: als Kohlenstoffspeicher für den Klimaschutz, als Schutzraum für viele Arten und Ökosysteme, zur Erholung für die Menschen und natürlich auch für eine nachhaltige Forstwirtschaft. Bei meiner Kollegin steht der Aspekt der Holzproduktion sehr im Vordergrund. Ich sage: Wälder sind so viel mehr als Holzfabriken. Bäume müssen auch groß und alt werden dürfen.

In diesem Wahlkampf wird einerseits viel über die Notwendigkeit von Klimaschutz gesprochen, andererseits aber auch vor den Kosten und angeblichen Risiken vieler Maßnahmen gewarnt. Läuft die Debatte in die richtige Richtung?