Buch-Tipp Alles Fassade: In „Das dunkle Flüstern der Schneeflocken“ begegnen sich zwei völlig unterschiedliche Frauen

„Das dunkle Flüstern der Schneeflocken“ von Sif Sigmarsdóttir, erschienen im Loewe-Verlag. Foto: Loewe

„Das dunkle Flüstern der Schneeflocken“ erzählt vom Schmerz einer Influencerin, einer Halbwaisen und einem Mord.

Darum geht’s: Imogen Collins ist eine angesagte Influencerin. Über eine Million Menschen folgen ihr auf Instagram. Was die aber nicht sehen: die gebrochene Imogen, die mit einem schlimmen Erlebnis aus ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat.

Hannahs Mutter ist gerade gestorben. Sie wird von der Schule suspendiert und zieht zu ihrem Vater nach Island. Dieser ist dort Chefredakteur einer Tageszeitung, bei der Hannah ein Praktikum machen soll. Ihr erstes Interview führt sie mit Imogen Collins, die wie Hannah vor Kurzem auf die nordische Insel gekommen ist.

Die Influencerin konfrontiert sich dort mit der Person, die ihr bis heute Albträume bereitet. Doch dann passiert plötzlich ein Mord und alles deutet auf Imogen als Täterin. Hannah nimmt sich für die Zeitung dem Fall an und erkennt bald: Klar ist bei diesem Verbrechen nichts.

Das Besondere: Vor jedem neuen Kapitel baut Autorin Sif Sigmarsdóttir Instagram-Posts von Hannah und Imogen ein. Durch verschiedene mögliche Bildunterschriften zeigt sie die Gefühlslage der jungen Frauen. Auch die tatsächliche Beschreibung des Bilds nennt sie. Die beschönigt fast immer die Situation von Hannah und Imogen. Denn für die beiden, gerade für Imogen, gilt wie für viel zu viele Instagram-Nutzer: Auf Social Media muss alles perfekt aussehen.

In aller Kürze: Zwei junge Frauen kommen nach Island. Die eine, um mit ihrer Vergangenheit abzuschließen. Die andere, um neu anzufangen. Ein Mordfall bringt sie zusammen.

Fazit: Ein Roman mit vielen Wendungen. Sif Sigmarsdóttir erzählt eine Geschichte über zwei Frauen, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten, dann aber doch feststellen, wie ähnlich sie sich sind. Die Zeitsprünge der einzelnen Kapitel sorgen manchmal ein wenig für Verwirrung. Auch schade: Obwohl sich Hannah und Imogen mehrmals begegnen, werden die Szenen immer nur aus einer Perspektive erzählt – der von Hannah oder der von Imogen. Spannend wäre es gewesen, beide Ansichten zu erfahren.

Ansonsten ist „Das dunkle Flüstern der Schneeflocken“ ein fesselndes Buch, durch das die Autorin eine wichtige Botschaft vermittelt: Es zählt, im echten Leben glücklich zu sein und nicht im virtuellen. Denn auf Social Media ist viel zu viel Fassade.

Hier gibt es mehr Infos zum Buch. 

 

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