Ob WG, Einzimmerwohnung oder Studentenwohnheim - ist die erste eigene Studentenbude gefunden, muss vor dem Umzug noch der Mietvertrag unterschrieben werden. "Angehende Studenten sollten den Vertrag in aller Ruhe lesen und am Ende wissen, was finanziell auf sie zukommt", sagt Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk. Oft seien Nebenkosten nur pauschal, also nur mit einem Durchschnittswert angegeben. Über die tatsächliche Warmmiete sollte der Vermieter aber Auskunft geben können. Hinzu kommen eventuelle Klauseln, in denen zum Beispiel stehen kann, dass man als Mieter Wohnungsreparaturen auch dann mitbezahlen muss, wenn man sie nicht selbst verschuldet hat.

Auch die Sicherheiten und Bürgschaften sollten spätestens bei der Unterzeichnung des Mietvertrags geklärt sein. Viele Vermieter legen, gerade wenn sie an Studenten vermieten, Wert auf eines von beidem, da ihre Mieter meist noch kein regelmäßiges Einkommen haben. Eine Mietsicherheit, auch Kaution genannt, ist ein größerer Geldbetrag, den man dem Vermieter hinterlässt und zurückbekommt, wenn man wieder auszieht, die Miete immer bezahlt hat und die Wohnung im ordentlichen Zustand hinterlässt. Der Vermieter behält sie nur ein, wenn der Mieter ausziehen muss, weil er die Miete nicht mehr zahlt, oder wenn sich beim Auszug zeigt, dass er in der Wohnung Schaden angerichtet hat.

In vielen Fällen hat die Mietkaution zum Beispiel die Höhe von drei Monatsmieten. Wer Erspartes hat, kann sie also selbst bezahlen. Bei einer Bürgschaft müssen hingegen in der Regel die Eltern helfen. Sie unterschreiben dann, dass sie im Notfall einspringen, wenn ihr Kind die Miete nicht bezahlen kann.

Keine Bürgschaft bei Wohnheimen

Wohnheime werden ohne eine Bürgschaft von Eltern vermietet. Hier sollten Studenten vor allem wissen, ob der Vertrag befristet ist: Oft werden Zimmer nur für die Dauer der Regelstudienzeit vermietet, danach läuft der Vertrag aus.

Auch bei einer Wohngemeinschaft gibt es einiges zu beachten: "Bei einem WG-Mietvertrag ist wichtig, ob alle Bewohner Vertragspartner sind oder nur einer", sagt Stefan Grob. Sind alle Bewohner gleichberechtigte Mieter, teilen sie sich alle Rechte und Pflichten: Sie haften dafür, wenn die Miete nicht pünktlich gezahlt wird, sind Ansprechpartner für den Vermieter und können kündigen. Untermietverträge müssen vom Vermieter genehmigt sein. In so einem Fall trägt nur ein Bewohner die ganze Verantwortung. Auf der sicheren Seite seien Studenten aber als offizielle Vertragspartner, sagt Grob.

Bei der Vertragsunterzeichnung oder der Übernahme schauen sich Studenten besser die Wohnung noch einmal genau an. Ist der Vermieter verhindert, können sie auch alleine eine Mängelliste mit Fotos erstellen. Die angegebene Quadratmeterzahl müssen sie aber nicht nachmessen. "Es sei denn, der subjektive Eindruck klafft mit der Angabe weit auseinander."