Bayernliga Nord Die DJK auf Erfolgskurs: Vilzinger Tugenden und viel Qualität

Als geschlossene Einheit von Erfolg zu Erfolg: Die DJK Vilzing mischt derzeit in der Bayernliga ganz vorne mit. Foto: Fabian Roßmann

Warum es derzeit bei der DJK Vilzing in der Bayernliga so gut läuft und wie die Verantwortlichen mit Blick auf einen möglichen Regionalliga-Aufstieg planen.

Durchschnaufen war am Samstagnachmittag erst einmal angesagt für Christian Stadler. 2:1 hatte sich der Trainer mit seiner DJK Vilzing gegen den ATSV Erlangen durchgesetzt. 2:0 lag man durch zwei Treffer von André Luge bereits vorne. Doch nach dem Anschlusstreffer der Gäste wurde es noch einmal eine enge Kiste – allerdings mit gutem Ausgang für die Vilzinger. "Wir sind es einfach nicht gewohnt, ein Gegentor zu bekommen", scherzte Stadler nach der Partie. Tatsächlich blieb die DJK zuvor fünf Spiele ohne einen einzigen Gegentreffer. Dann sei man ein bisschen nervös geworden. "Da müssen wir ruhiger bleiben", so Stadler.

Ansonsten hatte der Trainer aber nichts zu meckern, wie so häufig in dieser Saison. Die erste Halbzeit sei gar ein "Lehrbeispiel dafür gewesen, wie wir Fußball spielen wollen", sagt Stadler und ergänzt: "So einen Gegner musst du erst einmal schlagen."

Für die Vilzinger läuft es bisher blendend in dieser Spielzeit. 14 der 18 Saisonspiele wurden - bei je zwei Remis und Niederlagen - gewonnen. Das bedeutet aktuell den zweiten Tabellenplatz, mit einem Sieg in einem Nachholspiel kann die DJK sogar aus eigener Kraft auf Platz eins springen. "Die bisherige Bilanz ist beeindruckend", sagt der Sportliche Leiter Roland Dachauer. "Die Mannschaft spielt bislang eine überragende Runde."

Aus der Krise die richtigen Lehren gezogen

Doch was macht sie so stark, diese Vilzinger Mannschaft, die vor etwas über einem Jahr in fast unveränderter Besetzung noch in einer tiefen Krise steckte, sodass nach sieben Spieltagen der Trainer gewechselt werden musste? "Ich bin seit 20 Jahren im Verein. Aber eine solch schwierige Situation wie damals habe ich in dieser Ausprägung noch nie erlebt", blickt Dachauer zurück. "Aber scheinbar haben wir die richtigen Lehren daraus gezogen."

Die da wären? "Wir haben an einigen Stellschrauben gedreht, personell aber auch strukturell", sagt Dachauer. Da war zunächst einmal der Trainerwechsel. Nach der Trennung von Uli Karmann übernahm Christian Stadler. Diese Verpflichtung stellte sich als absoluter Glücksfall für die Vilzinger heraus. Von nun 39 Ligaspielen unter seine Leitung wurden nur drei verloren – eine unglaubliche Bilanz! Dazu kam die Rückkehr des ehemaligen Trainers Sepp Beller, der die Sportliche Leitung unterstützte. "Auch das war eine ganz wichtige Personalie für uns", so Dachauer. An der Qualität der Mannschaft habe man auch damals zu keinem Zeitpunkt gezweifelt, betont er. Dennoch galt es, ein paar Dinge zu verändern. "Wir haben an der Fitness geschraubt, der Trainer hat taktisch ein bisschen etwas umgestellt, wir haben für eine klare Hierarchie gesorgt und dabei die Führungsspieler sowohl positioniert als auch in die Pflicht genommen", blickt Dachauer zurück.

Tugenden und Qualität: Die Mischung stimmt

Heute ist die Mannschaft stabil, hat in der gesamten bisherigen Saison nur 14 Gegentore kassiert und tritt als geschlossene Einheit auf. Die Mischung stimmt bei der DJK: Die alten Vilzinger Tugenden gepaart mit richtig viel Qualität. "Wer den Verein kennt, der weiß, dass ihn in den erfolgreichen Phasen immer zwei wesentliche Faktoren ausgezeichnet haben", sagt Dachauer. Das sei zum einen eine starke Defensive gewesen und zum anderen eine charakterstarke Mannschaft. "Beides haben wir jetzt auch. Dazu kommt die Qualität, wir haben eine richtig gute Mannschaft."

Und so wissen die Huthgartenkicker auch fußballerisch regelmäßig zu überzeugen. Trainer Stadler sagt: "Wir können nicht nur gut gegen den Ball arbeiten, malochen und die Vilzinger Eigenschaften wie Herzblut, Kampf und Laufarbeit an den Tag legen. Sondern wir können auch richtig gut Fußball spielen, da haben wir uns deutlich verbessert." Das sei auch nötig gewesen, denn in der Bayernliga Nord trifft die DJK auf zahlreiche Teams, die gegen Vilzing den Fokus in erster Linie auf das Verteidigen legen. Nicht ganz einfach da die richtige Mischung zu finden. "Wir dürfen nicht nur nach vorne spielen, sondern müssen trotzdem auch stabil stehen. Das haben wir gut hinbekommen", so Stadler.

Ohnehin mussten sich die Vilzinger mit der Bayernliga Nord auf eine ganz neue Umgebung einstellen. "Es wird ein anderer Fußball gespielt, ein härterer und kampfbetonterer Fußball", vergleicht Dachauer. Die Liga sei vielleicht nicht so ausgeglichen wie die Bayernliga Süd, es seien aber dennoch gute Teams dabei. "Die Liga gefällt uns und macht Spaß – nicht nur weil wir Erfolg haben", sagt Dachauer. "Es sind wirklich super Vereine dabei, die einen tollen Charakter haben."

Dreikampf an der Spitze

An der Spitze der Liga läuft es derzeit auf einen Dreikampf zwischen den Vilzingern, dem SV Seligenporten und dem SC Eltersdorf hinaus. Mit einem Sieg beim Vierten Ammerthal am kommenden Wochenende könnte die DJK auch dafür sorgen, dass es bei diesem Dreikampf bleibt und Ammerthal nicht noch einmal rankommt. Vor der Saison lautete das Vilzinger Ziel, vorne dabei zu sein. Und jetzt? "In der Winterpause wollen wir uns Gedanken machen, wie wir uns positionieren", sagt Stadler. Er will erst einmal in den letzten verbleibenden Spielen noch möglichst viele Punkte sammeln, um nach der Winterpause mit der bestmöglichen Ausgangslage starten zu können.

Darauf legt auch Roland Dachauer erst einmal den Fokus. Wenngleich er ankündigt, dass es sicherlich eine Anpassung des Saisonziels geben wird. "Wenn man sich eine solche Situation schon erarbeitet hat, muss es schon das Ziel für die Restrückrunde sein, dass wir einen der ersten beiden Plätze haben wollen." Dachauer geht davon aus, dass es ein sehr enges Rennen wird, eine hauchdünne Entscheidung. Auch Stadler schätzt die Konkurrenten als "bärenstark" ein. Doch Dachauer sagt auch: "Wir wollen einen der ersten beiden Plätze. Alles andere wäre auch fehl am Platz, wenn man Sportler ist und Ehrgeiz hat." Auf jeden Fall, verrät Dachauer, wird die DJK Vilzing wieder am Lizenzierungsverfahren zur Regionalliga teilnehmen. Das hat man schon zweimal gemacht – und zweimal hätte man die Lizenz unter Auflagen auch erhalten.

Dachauer: "Du brauchst Mentalität und charakterstarke Spieler"

Und Dachauer ist durchaus "positiv gestimmt", dass die Saison sehr gut enden kann, wie er sagt. Zum einen, weil er der Meinung ist, dass keine Mannschaft in der Liga besser ist als die Vilzinger. Und: "Bei jedem Training hast du das Gefühl, die Spieler wollen wirklich den Rasen auffressen, um Erfolg zu haben. Das ist eine richtig gute Voraussetzung und stimmt mich zuversichtlich." Der Sportliche Leiter hat schon Aufstiege gefeiert und weiß, was es dafür braucht. "Das letzte Quäntchen muss immer aus der Mannschaft selbst kommen. Trainer und Funktionäre können viel vorbereiten. Aber den Spirit muss die Mannschaft selbst entwickeln und sagen: Wir wollen das unter allen Umständen. Dafür brauchst du Mentalität und charakterstarke Spieler." Beides, so seine Überzeugung, ist aktuell vorhanden.

Christian Stadler geht davon aus, dass es auch ein "kleiner Nervenkrieg" werden kann an der Tabellenspitze. "Du darfst dir eigentlich keinen Fehler erlauben", sagt er. Das werde nach dem Winter auch erst richtig losgehen. Er ist dabei überzeugt: "Wir haben gute Nerven." Für Stadler zählt derweil aber erst einmal das Hier und Jetzt. Er wolle einfach eine möglichst erfolgreiche Saison mit Vilzing spielen. Was dann herauskommt, werde man sehen. "Das Schöne ist doch, dass wir keinen Druck haben", sagt er. "Wir wollen einfach sauber Fußball spielen, ehrlichen Fußball spielen." Das macht die DJK Vilzing in dieser Saison zweifellos. Und das hat am Huthgarten auch schon zu dem einen oder anderen großen Erfolg geführt.

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