Bayern Grippewelle: Verzicht auf Weihwasser?

In Weiden verzichtet der Stadtpfarrer auf Weihwasser und Friedensgruß. Stattdessen liegt ein Hinweis zur Grippewelle aus. Foto: Helmut Kunz, Der neue Tag

Die anhaltende Grippewelle hat den Weidener Stadtpfarrer, Gerhard Pausch, dazu bewegt, im Gottesdienst auf Weihwasser und Friedensgruß zu verzichten. Wie "Der neue Tag" berichtet, will er so eine weitere Ansteckung der Gläubigen in seiner Gemeinde verhindern. Was halten Pfarreien der Region von diesem Schritt?

Dekan Johannes Plank von der Pfarrei St. Elisabeth in Straubing kann die Meldung vom Verzicht auf Weihwasser kaum glauben. "Das ist ein nachträglicher Faschingsscherz oder?", fragt er belustigt. Der Kirchentürgriff habe wahrscheinlich ähnlich viele Bakterien. In seiner Pfarrei könne er es sich im Moment nicht vorstellen, das Weihwasser zu streichen. Bis auf das Taufbecken, das wegen der Fastenzeit geschlossen ist, bleiben die Weihwasserbecken gefüllt. Natürlich würden manche Gottesdienstbesucher im Moment auf den Friedensgruß verzichten, aber das ist nicht die Regel. Wer verunsichert ist, dem rät Dekan Plank zu einem netten Lächeln. Verrückt machen solle man sich nicht: "Es reicht meiner Meinung nach, wenn man sich die Hände wäscht und sie desinfiziert." 

"Weihrauch mit desinfizierenden Eigenschaften"

"So eine Vorgehensweise ist mir nicht bekannt", sagt Pater Peter Renju, Rektor des Chamer Redemptoristenklosters, und lacht. "Der Friedensgruß ist den Gläubigen ohnehin freigestellt. Und wer erkältet ist, sollte den Kontakt zu anderen meiden, das gebietet der gesunde Menschenverstand." Die Weihwasserbecken in der Kirche würden regelmäßig gereinigt. Dem Priester ist nicht bekannt, dass sich jemand durch Weihwasser mit einer Krankheit angesteckt hätte. "Außerdem hat der in der Kirche verwendete Weihrauch sogar desinfizierende Eigenschaften", fügt Pater Renju an. Anders sähe die Situation natürlich bei einer hoch ansteckenden, gefährlichen Krankheit aus: "Dann müsste man natürlich entsprechende Vorkehrungen treffen, die auch das Gesundheitsamt vorschreiben würde."

"Man nimmt es ja nicht in den Mund"

In der Pfarrei von Stiftspropst Msgr. Dr. Franz Joseph Baur in Landshut bleibt das Weihwasser an seinem Platz. Es werde das ganze Jahr über regelmäßig gewechselt – aus hygienischen Gründen. Überlassen bleibe es jeder Pfarrei und dem Kirchgänger selbst, wie dieser Punkt in der Grippezeit gehandhabt wird. Doch Stiftspropst Msgr. Dr. Baur hat eine klare Meinung: "Man nimmt es ja nicht in den Mund." Beim Friedensgruß dürfe ebenfalls jeder selbst entscheiden, ob er die Hand reicht. Mehr Vorsicht sei im Altersheim und im Umgang mit alten Menschen geboten. Für den normalen Gottesdienst habe er keine Bedenken. 

Lesen Sie hierzu auch den Artikel Influenza-Gefahr in der Kirche in "Der neue Tag".

 
 

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