Bayern Erste Hilfe: Krisendienste für psychische Notlagen

Eine Frau steht neben einem Baum. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Als eine Art "Erste Hilfe in seelischen Notlagen" wird ab Montag in allen bayerischen Bezirken ein Angebot zur Soforthilfe für Menschen in psychischen und psychiatrischen Notlagen eingeführt.

"Mit den Krisendiensten Bayern sollen Betroffene frühzeitig die Hilfe bekommen, die sie in dem jeweiligen Moment brauchen. Es ist wichtig, rechtzeitig gegenzusteuern und bei Bedarf fachkundige Hilfe anzunehmen", sagte Franz Löffler, Präsident des Bayerischen Bezirketags. Der Freistaat ist dem Spitzenverband zufolge das erste Bundesland, in dem flächendeckend ein solches Angebot an Krisendiensten zur Verfügung steht.

Hilfesuchende oder Angehörige können ab dem 1. März rund um die Uhr unter der bayernweit einheitlichen und kostenlosen Rufnummer 0800/655-3000 anrufen. In Leitstellen beraten und informieren an der anderen Leitung geschulte und erfahrene Fachkräfte. Falls erforderlich, bietet ein Netzwerk aus dem medizinischen und psychosozialen Bereich fachärztliche Hilfe und vermittelt kurzfristig einen Termin in der nächstgelegenen psychiatrischen Ambulanz, einer psychiatrischen Praxis oder einem wohnortnahen Sozialpsychiatrischen Dienst. In dringlichen Fällen fahren mobile Teams vor Ort.

Die Krisendienste in Bayern seien eine Ergänzung in der psychiatrischen Versorgungslandschaft. "Durch eine frühe Intervention lässt sich oft eine weitere Zuspitzung vermeiden und verhindern, dass aus einer Krise eine längere Krankheit wird", sagte Löffler. Mit dem Bayerischen Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz, das im August 2018 in Kraft getreten ist, wurde die Einführung der flächendeckenden Krisendienste beschlossen.

In Oberbayern und Mittelfranken gibt es Krisendienste bereits seit mehreren Jahren. Beim Krisendienst Psychiatrie Oberbayern (die Region hat über 4,6 Millionen Einwohner) sind im Jahr 2020 knapp 30.000 Anrufe eingegangen. Der Krisendienst Mittelfranken (die Region hat über 1,7 Millionen Einwohner) dokumentierte im Jahr 2020 knapp 14.000 Anrufe.

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