Bayern Blauviolette Korallen-Ärmchen: Neuer Pilz im Böhmerwald

Eine Wiesenkoralle wächst in der Nähe des Nationalparks Bayerischer Wald. Foto: Peter Karasch/Nationalpark Bayerischer Wald/dpa/Handout/dpa

Neuschönau (dpa/lby) - Die Pilzfamilie des Böhmerwaldes ist um eine Art reicher. Eine im Freistaat vom Aussterben bedrohte blauviolette Wiesenkoralle ist erstmals in der Region entdeckt worden, wie die Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald mitteilte. Neben dem neuen Fundort in Neuschönau in der Nähe des Nationalparks gibt es in ganz Bayern demnach nur sechs weitere Vorkommen.

Der seltene Pilz, der an eine Koralle erinnert, ist laut dem Nationalparkmykologen Peter Karasch überall in Europa selten geworden. Er wurde aber auch schon in Asien, Indien, Australien, Neuseeland sowie Nord- und Südamerika gefunden. Für den Pilz-Experten Karasch ist das ein Indiz, dass es sich um ein lebendes Fossil aus dem Urkontinent Pangaea handeln könne.

Er geht davon aus, dass der Pilz schon immer im Böhmerwald wuchs - und bislang eben nur nicht entdeckt worden war. Anderswo auf der Welt komme die Wiesenkoralle außerdem in ganz anderen Biotopen vor als bei uns, etwa in Lorbeerwäldern auf den Kanarischen Inseln.

Die Familie, die die etwa fünf Zentimeter große Wiesenkoralle gefunden habe, pflege ihre artenreichen Blumenwiesen und leiste so einen Beitrag zur Biodiversität, sagte Karasch. Nur so habe der Pilz gedeihen können. Dieser ist nämlich sehr empfindlich gegenüber hohen Nährstoffeinträgen, zum Beispiel durch Dünger. Der Pilz gilt - ähnlich wie Orchideen - als Zeigerart für wertvolle, artenreiche Biotope. Die seien durch intensive Bewirtschaftung selten geworden.

© dpa-infocom, dpa:210811-99-798603/2

 
 
 

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