Bad Kötzting gerockt Riesenansturm bei Debütkonzert von Roughneckz137 Entertainment

Die Chamerauer von "Monolith" machten den Anfang. Foto: Daniel Goldhahn

Roughneckz zum Ersten hieß es Freitagabend in der Jahnhalle in Bad Kötzting. Matthias Kuchler und Bene Meindl starteten damit ein musikalisches Experiment.

Schon als ich die Jahnhalle betrete, kommen sie mir entgegen und scheinen es eilig zu haben. Matthias und Bene sind offenbar auf dem Sprung. „Wir sind sofort wieder da, müssen noch schnell Biernachschub holen – zum zweiten Mal!“ Nachdem ich mich durch den Tunnel an Werbebannern auf die Tanzfläche vor der Bühne gekämpft habe, ist mir auch klar, warum: Die Bude ist brechend voll.

Als die beiden Organisatoren und Initiatoren von ihrem Ausflug zurück sind und wieder für genügend isotonische Erfrischung gesorgt haben, unterhalten wir uns in der Küche. An diesem Abend der einzige Ort, an dem man sich in Zimmerlautstärke unterhalten kann. „Wir haben jetzt schon mehr als 160 Besucher“, freut sich Matthias Kuchler über den unerwartet hohen Andrang. Die Bands sind auch sehr dankbar und haben ihren Spaß. Ich habe mit einigen schon Rücksprache gehalten.“ Matthias und sein Kumpel Bene lieben Deathcore und Hardcore und tatsächlich erweckt die Jahnhalle den Eindruck, als hätten sich alle Jungs und Mädels aus der Umgebung heute hier eingefunden, die diese Leidenschaft teilen. „Einige sind auch als Anhang und „Fanbase“ mit den Bands angereist, die von weiter her kommen. „Virtue Concept“ zum Beispiel haben eine ganze Crew aus dem Regensburger Raum mit dabei und „Ignite The Living“ bringen wohl so viele Dingolfinger auf einmal nach Bad Kötzting , wie nie zuvor“, zeigt sich auch Bene mit dem erreichten Publikum zufrieden.

Merchandise kommt nicht zu kurz

Wieder in der Haupthalle lasse ich den Blick einmal durch die Menge schweifen und mir fällt auf: Dresscode – schwarz. Das zeigt sich auch an dem großen Merchandise-Stand, der seitlich aufgestellt wurde und an dem die Gäste Shirts und CDs der Bands erwerben können. Auch der Infostand im Eingangsbereich ist nicht zu übersehen und quillt über vor Flyern und Prospekten etlicher Organisationen wie PETA. Auch auf den Stickern finden sich Sprüche wie „Hier wurde ein Naziaufkleber überklebt“ oder „F*ck racism!“. Knallharte Musik steht eben im Zusammenhang mit knallharten Ansagen und soll auch so verstanden werden. Das wird auch beim angebotenen Essen konsequent beibehalten – nur vegan, versteht sich. Jetzt stellt sich mir eigentlich nur noch eine Frage: Was passiert, wenn die fünf Bands alles aus sich rausgeholt haben und mit Tobi Treibsand und anschließend Maharadscha auf einmal DJs auf der Platte stehen. Die legen ja wohl eher keinen Deathcore auf?

„Das wird nachher wirklich noch spannend, da zwischen den beiden Musikrichtungen ja eigentlich Welten liegen und bestimmt viele heute eher auf die harte Gangart stehen. Trotzdem denke ich, dass auch neue Leute nachkommen werden“, gibt sich Matthias optimistisch. Auch der Viechtacher Tobias Wenning, alias Tobi Treibsand macht sich so seine Gedanken, bleibt aber entspannt: „Ich habe schon eine kleine Runde gedreht und mich mal umgehört. So wie ich das sehe, schaut es gar nicht mal schlecht aus für mich.“

Tatsächlich leert sich die Halle zunächst, einige bleiben aber auch da und manche schlagen extra für den „Rave“ zu später Stunde erst auf. Die Idee der beiden Jungs ist also aufgegangen. Zwei völlig unterschiedliche Musikrichtungen miteinander verknüpfen und somit ein breites Publikum ansprechen, dass dem nächsten Konzert im April jetzt schon entgegenfiebert. Dank Roughneckz137 Entertainment rührt sich wieder mehr in Bad Kötzting und die beiden Organisatoren staunen nach der großen ersten Sause nicht schlecht: „Wir sind so happy, ein absolut gelungener Einstand!“

 
 
 

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