AZ-Kritik zum TV-Krimi "Vom Himmel hoch": Tatort aus Ludwigshafen enttäuscht

Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) begutachtet den Ort, an dem Psychiater Dr. Steinbach getötet wurde, während Kriminaltechniker Peter Becker (Peter Espeloer) und seine Kollegen der KTU Indizien sichern - eine Szene des "Tatort: Vom Himmel hoch" Foto: picture alliance/Alexander Kluge/SWR/ARD/dpa

Ein ermordeter Psychologe und ein geplanter Anschlag auf einen US-Amerikanischen Diplomaten. Der "Tatort: Vom Himmel hoch" beschäftigt sich gleich mit zwei verschiedenen Fällen. Dennoch enttäuscht er. Die TV-Kritik zum Ludwigshafener-Tatort. 

"Wir sind keine Islamisten, wir gehören auch zu keiner terroristischen Vereinigung", sagen zwei kurdische Männer in eine Kamera. Nachdem diese Botschaft aufgenommen ist, wollen sie einen Anschlag auf einen US-amerikanischen Diplomaten ausüben. Mit einer selbstgebastelten Drohne. Weil sie im Irak Familienangehörige bei einem US-Drohnenangriff verloren und vergeblich mit friedlichen Mitteln versucht haben, die Gesellschaft darauf aufmerksam zu machen. "Erst wenn es richtig knallt, schreibt die Presse. Dann redet auch die Politik", meinen die Brüder.

"Vom Himmel hoch" hätte eine interessante Folge werden können

Doch der Reihe nach: Der "Tatort: Vom Himmel hoch" aus Ludwigshafen" beginnt mit einem ermordeten Psychologen. Dr. Steinfeld, spezialisiert auf Kriegstraumata, wird tot in seiner Praxis gefunden. Lena Odenthal (Ulrike Folkerts), die dienstälteste Kommissarin im Tatort-Universum, und Johanna Stern (Lisa Bitter) ermitteln. Dabei werden sie ganz zufällig auf die beiden kurdischen Brüder aufmerksam und wittern, dass sie einen Anschlag planen. Das Duo versucht nun, beide Fälle gleichzeitig zu lösen.
Es hätte eine interessante Folge werden können, mit einem Mordfall und einem politischen Attentat und verschiedenen Tätern, deren Wege sich kreuzen oder deren Motive sich überschneiden.

"Verwirrend - und leider auch anstrengend"

Eine Geschichte à la Guillermo Arriaga, Autor von Filmen wie "Amores Perros", "21 Gramm" und "Babel". Der Spagat zwischen den beiden Fällen gelingt Regisseur und Autor Tom Bohn allerdings nicht. Viele Details, wie z.B. die heimliche Liebe der Praxiskollegin des ermordeten Doktors, haben keinerlei Auswirkung auf die eigentliche Geschichte. Sie werden kurz aufgegriffen und wieder vergessen. Ganz abgesehen davon ist das ständige Hin und Her zwischen dem politischen Attentat und dem Mordfall verwirrend – und leider auch anstrengend.     

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading