Nachdem wir zwei Tage in der drittgrößten Stadt Ghanas verbrachten, war es am Tag drei Zeit für die Weiterreise nach Bolgatanga. Bolgatanga, oder auch nur Bolga genannt ist die Hauptstadt der Upper-East Region und ist für ihr Kunsthandwerk bekannt. Dadurch, dass Monicas Schwester in Bolga lebt, konnte sie uns ein gutes Hotel empfehlen, mit dem wir sehr zufrieden waren. Da wir nur einen halben Tag zwecks der Weiterreise aus Tamale hatten, streiften wir nur einmal kurz durch die kleine Stadt auf der Suche nach etwas Essbarem und vergnügten uns dann im Hotel mit einem weiteren Teil Harry Potter. Der Plan für den nächsten Tag war es, die Tonga Hills zu besichtigen, doch leider ging es Kathi an dem Tag nicht allzu gut, sodass Lukas und ich allein dorthin fahren mussten.

Die Tonga Hills sind Steinformationen und Hügel nur ein paar Kilometer außerhalb von Bolga. Besonders bekannt sind diese Hills wegen ihre traditionellen Opferschreine. Um einen Einblick in die Tradition zu bekommen und überhaupt zu diesen Schreinen zu gelangen, muss man als Tourist natürlich Eintritt und einen Tourguide bezahlen. Darauf hatten wir zwar an sich nicht so Lust, aber wenn man schon mal da ist. So führte uns der Guide ein wenig durch die Landschaft und stellte uns den dort regierenden Chief (Häuptling) vor. Dieser lebt mit seinen 23 Frauen (Kein Scherz!) in einem großen traditionell gehaltenen Gebäudekomplex. Außerhalb sind die Gräber der Ahnen, die als Opferschreine für das Haus fungieren. Geopfert werden dort, eigentlich alles, was kein Mensch ist. Zu dem eigentlichen großen Opferschrein ging es auf einen der nahegelegenen Hügel. Witzigerweise darf man diesen Schrein nur barfuß und oberkörperfrei betreten. Der Ausblick von den Hügeln ist wunderschön und das war die Reise dorthin auf jeden Fall wert! Da wir schon so viel von dem Kunsthandwerk in der Upper-East Region gehört haben, lies es sich nicht umgehen einen Blick auf den Kunsthandwerksmarkt zu werfen. Naja…es war mehr oder weniger ein Platz mit zahlreichen Läden, die alle das gleiche verkauft haben und das zu horrenden Preisen. Glücklicherweise weiß man, dass die Preise immer zu hoch angesetzt  sind und kann es mit ein bisschen Redekunst gut runterhandeln. Eher nervig ist dann doch, dass dich jeder Verkäufer volllabert, dass du doch in seinen Laden kommen sollst und was kaufen sollst. Wenn man sonst nur in Upper-West ist, ist man das gar nicht mehr gewohnt. 

Der nächste Tag war auch der letzte Tag unserer Reise. Früh morgens machten wir uns zur letzten Attraktion auf: Die heiligen Krokodile aus Paga. Paga ist eine Grenzstadt zu Burkina Faso etwa eine halbe Stunde von Bolga entfernt. Und dort soll es Krokodile geben. Krokodile auf denen man sitzen kann. Doch bevor man zu den Krokodilen darf, muss man erst eine Führung durch die traditionellen Häuser machen. Natürlich gegen den Einwurf kleiner oder auch großer Münzen. Es war zwar echt interessant ein bisschen was über die Geschichte zu erfahren und die Häuser zu sehen, aber ja…wäre jetzt nicht nötig gewesen. Für die Krokodile selber durften wir natürlich auch noch zahlen, und das (für ghanaische Verhältnisse) nicht gerade wenig . 15 Cedi Eintritt pro Person, plus 15 Cedi für ein Hühnchen zum Opfern. Wenn man Fotos machen will muss man nochmal extra 5 Cedi pro Kamera zahlen. Naja mit Weißen kann man das schon machen. Tatsächlich haben wir nach einer halben Stunde warten in praller Sonne dann eines der größeren Krokodile zu Gesicht bekommen, dass dann an Land gelockt wurde. Und ja, wir konnten darauf sitzen und ja, es war auch irgendwie cool. Aber die Touri-Abzocke hat dem ganzen ein bisschen die Freude genommen.