Auslandsblog Eintrag 10: Zu Besuch bei Jane Austen - Ein Besuch der englischen Stadt Bath (19. November 2021)

Freischreiben-Autorin Magdalena Schmidbauer lebt in England und hat bei einem Ausflug das Janes-Austen-Museum in der Stadt Bath besucht.

Die Stadt Bath liegt im Westen Englands und ist unter anderem wegen ihrer alten Gebäude bekannt, die ihr einen besonderen Charme verleihen. Wenn man durch die Straßen spaziert, kann es sein, dass man auf einen älteren Herren stößt, der nicht so ganz in unsere Zeit zu passen scheint. Er trägt Zylinder und Frack und steht am Eingang einer der sandfarbenen Reihenhäuser. Hinter ihm ein blaues Schild mit der Aufschrift: „The Jane Austen Centre“.

Eine der bekanntesten Autorinnen Englands

So gut wie jeder hat schon einmal von Jane Austen oder ihrem bekanntesten Buch „Stolz und Vorurteil“ gehört. Dabei ist das nur einer ihrer sechs veröffentlichten Romane, zu denen unter anderem auch „Emma“, „Mansfield Park“ und „Verstand und Gefühl“ gehören. Sie zählt wohl zu den bekanntesten Autorinnen Englands und ihre Bücher werden nach wie vor viel gelesen. Sie handeln von Frauen in verschiedenen Situationen, die von den sozialen Normen der englischen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts geprägt sind. In den Büchern geht es um Liebe und Romantik, aber auch um Vorurteile und Missstände, welche auf raffinierte Weise von der Autorin aufgezeigt werden.

Als Frau durfte man keine eigenen Werke veröffentlichen

Jane Austen wurde 1775 als zweitjüngste von acht Kindern geboren. Ihr Vater war Geistlicher, ein sogenannter „Clergy“, und bot nicht nur seinen Söhnen, sondern auch Jane und ihrer älteren Schwester eine gute Bildung. Jane hatte schon früh freien Zugang zu Büchern und begann bereits als Kind, ihre ersten Geschichten zu verfassen. Ihre Familie gehörte zwar nicht der reichen Oberschicht an, dennoch besaß sie über gute Kontakte in der Gesellschaft, was ihnen ein gutes Leben ermöglichte.

Janes erste Romane wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts veröffentlicht, jedoch nicht unter ihrem Namen. Denn als Frau durfte sie damals keine Werke auf den Markt bringen. Allgemein hatten Frauen zu dieser Zeit kaum etwas zu sagen. Das Beste, was vielen Frauen passieren konnte, war, reich zu heiraten. Doch auch dann war eine sichere Zukunft nicht gewiss. Denn verstarb der Mann, bekam die Ehefrau nichts ab.

Sowohl Jane als auch ihre Schwester Cassandra zogen es letzten Endes vor, keine Heirat einzugehen, und widmeten sich lieber der Kunst, dem Schreiben und Malen. Jane starb schließlich im Jahr 1817, mit nur 41 Jahren, an einer kurzen Krankheit und hinterließ die meisten ihrer Werke und Einnahmen ihrer Schwester.

Die Stadt Bath spielt in vielen von Janes Romanen eine besondere Rolle. Damals war sie ein bekanntes Urlaubsziel, das vor allem wegen der römischen Bäder und anderer Freizeitaktivitäten aufgesucht wurde. Jane verbrachte dort einige Jahre mit ihrer Familie schließlich wurde die Stadt zu einer wichtigen Inspiration für die Autorin.

Heute gibt es dort das „Jane Austen Centre“, das ein Museum, einen Laden und ein Café, die sogenannten „Tea Rooms“, beinhaltet. Ganz besonders ist dort, dass die meisten der Angestellten auch Schauspieler sind und so verschiedene Rollen ihrer Buch-Charaktere darstellen.

So auch Martin Slater, oder in dem Falle besser bekannt als Mr. Bennett, dem Vater von Elizabeth aus Jane Austens bekanntestem Roman „Stolz und Vorurteil“. Bereits seit 15 Jahren begrüßt er Vorbeigehende und Besucher aus aller Welt und lädt sie dazu ein, in die Zeit von Jane Austen einzutauchen.

Jane Austen gab den Frauen eine Stimme

Durch das Dokumentieren der damaligen Gesellschaft besitzen Jane Austens Bücher einen wichtigen historischen Wert. Sie verstand es, Beziehungen und deren Umstände mit Ironie zu umschreiben, und gab ihren Geschichten damit einen besonderen Humor. Sie verlieh den Frauen ihrer Zeit etwas, das sie kaum kannten: eine Stimme. Magdalena Schmidbauer

 
 
 

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