Appell des Landratsamts Landshut „Nur für die nötigsten Erledigungen das Haus verlassen“

Viele Senioren halten sich dem Landratsamt zufolge nicht an die Ausgangsbeschränkungen und an die Mindestabstände in Supermärkten. Foto: picture alliance / dpa/dpa

Die meisten Bürger aller Generationen halten sich anscheinend an die Bestimmungen, mit denen die Ausbreitung des Corona-Virus eingedämmt werden soll. Gleichzeitig gebe es jedoch etliche "Rowdys, die sich verantwortungslos verhalten", teilte das Landratsamt in einer Pressemitteilung mit.

Es seien aber nicht immer nur die Jungen, wie Janine Bertram, die Senioren-Beauftragte des Landkreises Landshut, betont. Eine erschreckende hohe Zahl von älteren Bürgern lege ebenfalls ein sorgloses, manchmal haarsträubendes Verhalten an den Tag. Und das, obwohl sie als Risiko-Gruppe in erhöhtem Maße des Schutzes vor dem Virus bedürfen und denen die Maßnahmen in besonderer Weise gelten.

Sträflicher Leichtsinn: Folgen können jeden treffen

Als Seniorenbeauftragte habe sie einige Beispiele mitgeteilt bekommen. Da hielten einige ein Schwätzchen über den Gartenzaun ohne Mindestabstand, drängten im Supermarkt eng aufeinander oder brächten einen einzigen Brief zur Post. Manche Leute, egal welchen Alters, hätten der Pressemitteilung zufolge offenbar nicht begriffen, dass die Ausgangsbeschränkungen vor allem bedeuteten, dass die Menschen nur aus triftigen Gründen und wirklich wichtigen Anlässen wie Arztbesuchen, Lebensmittel-Einkäufen oder für den Weg zur Arbeit ihre Wohnungen verlassen sollen. Wer dagegen verstoße, gefährde sich und alle Mitmenschen, unterstreicht Bertram. Ein solches Verhalten sei sträflicher Leichtsinn, dessen Folgen jeden treffen könne.

Hilfsangebote annehmen: Infos in allen Medien

Sie wisse, wie schwer es gerade für ältere Menschen sei, Einsamkeit zu ertragen, führt die erfahrene Sozialpädagogin aus. Aber die Corona-Pandemie setze für alle andere Maßstäbe und Bedingungen: Janine Bertram und die Senioren-Beauftragten in den Landkreis-Gemeinden appellieren daher mit Nachdruck an ältere Menschen, die Hilfsangebote der zahlreichen Organisationen und Initiativen zu nutzen. Die Senioren-Beauftragte weist insbesondere darauf hin, dass eine Vielzahl von Wohlfahrtsverbänden auch weiterhin telefonisch erreichbar ist: Diese Verbände bieten konkret an, dass betroffene Menschen sich ihnen bei Problemen, Ängsten und Sorgen anvertrauen.

Die Landshuter Zeitung bringt täglich eine ganze Service-Seite mit Hinweisen für Einkaufshilfen; wertvolle Informationen finden sich zum Beispiel auch auf der Internet-Seite des Landratsamts Landshut, www.landkreis-landshut.de, unter der Rubrik „Corona-Hilfe, Unterstützung und wichtige Infos“. Auch die Lieferdienste von vielen Firmen, von Bäckereien über Metzgereien bis zu Gaststätten könne und sollte man in Anspruch nehmen.

 

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