Die gute Nachricht zuerst in dieser Erzählung, wie sich Deutschland ein zweites Mal im Weg steht - auch dieses Mal mit tödlichen Folgen. Noch frisch ist der Eindruck davon, wie langsam und mit welch veralteter Technik der Staat (Faxgeräte) das Coronavirus eindämmen wollte. Nun hat sich die Unfähigkeit ein zweites Mal bei den Sturzfluten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wiederholt. 160 Menschen sind ertrunken, noch immer werden etliche vermisst.

Immerhin, es soll sich etwas tun, wie Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Mittwoch in Berlin angekündigt hat. Möglichst bis zur Bundestagswahl sollen die Behörden in der Lage sein, auf alle Handys in Katastrophengebieten Warn-SMS zu senden. Genau genommen schickt der Netzbetreiber im Auftrag des Staates keine SMS, sondern eine Push-Nachricht an die Geräte. "Wenn ich noch da bin, unverzüglich. Das ist unsere Pflicht", erklärt der scheidende Minister und meinte damit den Zeitraum bis zur Wahl Ende September.