Ab Dienstag Lockdown im Landkreis Rottal-Inn

Eine symbolische Darstellung der Maskenpflicht ist auf einem Hinweisschild auf dem Rathausplatz in Augsburg zu sehen. Während dort noch kein Lockdown beschlossen wurde, gilt für den Landkreis Rottal-Inn ab Mitternacht ein Lockdown. Foto: Sven Hoppe/dpa

Angesichts massiv gestiegener Corona-Zahlen verhängt eine zweite Region in Bayern strikte Ausgangsbeschränkungen - und auch in Augsburg droht im Laufe der Woche ein solcher Schritt.

Im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn dürfen die Menschen ihre Wohnung von Dienstag 0 Uhr an nur noch aus triftigen Gründen verlassen. Schulen und Kindergärten werden geschlossen, ebenso Restaurants. Veranstaltungen werden abgesagt. Das teilte ein Sprecher des Landratsamts am Montag mit. Nach dem Landkreis Berchtesgadener Land ist Rottal-Inn damit schon der zweite Landkreis in Bayern, in dem das öffentliche Leben wieder drastisch eingeschränkt wird. In anderen Bundesländern gibt es bisher keine vergleichbaren Maßnahmen.

Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen hatte im Landkreis Rottal-Inn zuletzt die Marke 200 deutlich überschritten - der Kreis liegt bundesweit mit an der Spitze. Für 15 Uhr kündigte das Landratsamt einer Pressekonferenz an. Dazu wurde auch Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) erwartet.

Auch Bayerns drittgrößte Stadt Augsburg überschritt inzwischen die 200er-Marke. Wie die Stadt am Montag berichtete, gab es in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner 205,4 Neuinfektionen. Bis Mitte der Woche will die Stadtverwaltung beobachten, ob die bereits ergriffenen Schutzmaßnahmen Wirkung zeigen. "Dann wird - in Abstimmung mit der Regierung von Schwaben und der Staatsregierung - entschieden, wie es weitergeht", teilte die Stadt mit. Auch ein zweiter Lockdown ist nach den Angaben der Kommune möglich.

Als bundesweit erster Landkreis hatte der Kreis Berchtesgadener Land an der Grenze zu Österreich in der vergangenen Woche Ausgangsbeschränkungen verhängt - dort hatte es zeitweise Werte von fast 300 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von einer Woche gegeben. Die Maßnahmen dort wurden zunächst bis zum 2. November befristet.

Im gesamten Freistaat steigen die Corona-Zahlen - wie auch in weiten Teilen des Bundesgebiets - derzeit massiv an. Besonders hohe Werte gab es zuletzt etwa in Schweinfurt sowie in Weiden in der Oberpfalz.

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