5:1 in Halle Eisbären starten furios ins Viertelfinale

Vom Außenseiter zum Favoriten? Die Eisbären Regensburg mit Matteo Stöhr spielen die hoch gehandelten Saale Bulls im ersten Viertelfinalspiel an die Wand. Foto: imago

Eigentlich waren die Saale Bulls als Favorit in das Playoff-Viertelfinale der Eishockey-Oberliga gegen die Eisbären Regensburg gestartet, doch die Oberpfälzer brachten die Hallenser vor 1156 Zuschauern erst ins Wanken und dann zum kompletten Sturz. Mit 5:1 (1:1, 3:0, 1:0) setzten die Regensburger ihre Playoff-Erfolgsserie auf fremdem Eis eindrucksvoll fort, während die Saale Bulls nach diesem Abend mit vielen Fragezeichen zum nächsten Duell nach Regensburg reisen werden.

Die Hallenser wollten an die klare 3:0-Serie zuvor gegen Peiting anknüpfen und sich im Aufstiegsrennen nicht bremsen lassen. Coach Ryan Foster musste aber zusätzlich zu den Langzeitausfällen mit Pascal Grosse noch auf einen defensivstarken Verteidiger verzichten. Dafür kehrte mit Kapitän Sergej Stas ein wichtiger Stürmer rechtzeitig aufs Eis zurück.

Ontl und Heger wieder im Eisbären-Aufgebot

Bei den Eisbären war klar, dass neben Torwart Peter Holmgren auch Xaver Tippmann, der in dieser Woche operiert wurde, nicht mehr eingreifen kann. Bei Nico Kroschinski reichte es ebenfalls noch nicht für einen Einsatz, dafür waren mit Constantin Ontl und Lukas Heger die beiden Angreifer dabei, die bis zuletzt fraglich waren. Trainer Max Kaltenhauser stellte Ontl an die Seite von Richard Divis und Nikola Gajovsky, während Tomás Plihal im Sturm mit Marvin Schmid und Matteo Stöhr einen Block bildete.

Die Gäste starteten also mit vier kompletten Reihen in Duell Nummer eins, zuerst war aber abwarten angesagt. In der gegnerischen Zone hielt man sich mit Forechecking noch etwas zurück, während die Hallenser es gleich mit viel Tempo versuchten. So kamen sie auch gleich zu einer guten Möglichkeit. Die Eisbären kamen durch Flache, der gefährlich abfälschte, zum ersten Abschluss – und kurz später tatsächlich auch zum Treffer: Marvin Schmid durfte ohne große Gegenwehr ins Offensivdrittel ziehen, so war Unordnung in der Hintermannschaft, die Plihal nutzte um Halles Torwart Urbisch zu überwinden.

Die Hausherren waren um die Antwort bemüht und deren Topreihe schlug bald zurück. Beim ersten Versuch trudelte die Scheibe noch auf der Torlinie lang und wurde noch geklärt, ehe das starke finnische Duo Niemelä/Vihavainen mal wieder zur Stelle war. Vor dem Spiel wurde Joonas Niemelä als bester Spieler der Oberliga Nord ausgezeichnet und in der sechsten Minute düpierte er gleich zwei Gegenspieler, bediente Tatu Vihavainen, der mit einem Schlenzer durch die Beine von Patrick Berger ausglich.

Eisbären im Vorwärtsgang, Halle von der Rolle

Die Sachsen-Anhaltiner waren zwar jetzt besser im Spiel, aber die Regensburger hielten sehr gut dagegen. Auch das Schiedsrichter-Duo machte einen guten Job und ließ das Spiel laufen. Das Resultat zur ersten Pause entsprach durchaus dem Spielgeschehen. Die Frage lautete nach 20 Minuten: Wer findet in den verbleibenden zwei Dritteln die besseren Lösungen. Die Antwort fiel im zweiten Abschnitt klar und deutlich aus. Und es war nicht der Favorit. Es waren die Eisbären, die nun früher draufgingen und so Fehler der Gegner provozierten. Halle hatte enorme Probleme, Tempo aufzunehmen.  Zwar hatten die Gastgeber eine tolle Chance zur Führung, die Berger parierte, doch dann ging es fast nur eine Richtung des Bulls-Gehäuse. Halles Torwart Urbisch konnte sich unter anderem gegen Schembri und Heger auszeichnen.

Doch dann kamen fantastische 3:22 Minuten von den Eisbären. Gajovsky fand mit einem klasse Zuspiel Ontl im Slot, der sich freigestohlen hatte und nur noch einschieben musste. Auch das 3:1 ging auf das Konto dieser Reihe: Divis zog seitlich in Bandennähe aus fast unmöglichen Winkel ab und überraschte damit Urbisch. 32 Sekunden später konnte der Goalie einen Schuss von Flache nur seitlich abblocken und Heger stand goldrichtig für den direkten Nachschuss.

Eisbären am Sonntag die Gejagten

Halle-Coach Foster musste nun eine Auszeit nehmen und erlöste er seinen Keeper, der nun von Sebastian Albrecht vertreten wurde. Dessen Vorderleute waren zwar um den Anschluss bemüht, doch es lief weiter nicht viel zusammen. Und auch im letzten Drittel ließen die Eisbären ihrem Gegner kaum Luft zum Atmen und blieben weiter konzentriert. In der 46. Minuten löffelte Schwamberger die Scheibe nach einem Konter schön in den Winkel und spätestens damit war das Spiel gelaufen.

Am Sonntag ab 17 Uhr haben die Regensburger nun eine ungewohnte Rolle inne, denn nach dem starken Auftritt in Halle sind sie nun die Gejagten in der Serie.

 
 
 

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