500 Jahre Reinheitsgebot Bier lieber aus Bayern? Brauer kämpfen gegen Importe

Bayerische Brauer kämpfen gegen Einheitsbiere aus Holland, Belgien und Brasilien. Foto: Symbolbild - Daniel Karmann/dpa

Vor der Eröffnung der Landesausstellung "Bier in Bayern": Viele regionale bayerische Brauereien kämpfen zunehmend gegen den Vormarsch der großen internationalen Getränkekonzerne. Ziel der lokalen Brauereien: Sie wollen, dass auch weiterhin der Braumeister und nicht der Börsenwert darüber entscheidet, was ins Bier kommt.

"Bier ist der überzeugendste Beweis dafür, dass Gott den Menschen liebt und ihn glücklich sehen will", soll der große amerikanische Staatsmann Benjamin Franklin einmal gesagt haben. Die wichtigsten Kapitel der bundesdeutschen Biergeschichte hat der Freistaat geschrieben. Doch ungetrübt ist die Freude zum 500. Geburtstag des Reinheitsgebots im Mutterland des Gerstensaftes nicht: Weitgehend unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit sind die Biere der großen internationalen Getränkekonzerne aus Holland und Belgien längst auch in Bayern angekommen. "Die Marktanteile der Getränkeriesen wachsen - auch bei uns im Freistaat. Das bereitet mir große Sorgen, weil diese Konzerne allein ihren Aktionären, dem Kampf um Marktanteile und den internationalen Finanzmärkten verpflichtet sind - und nicht mehr ihrer Heimatregion, ihren heimischen Lieferanten und Kunden", warnt Hermann Goß, Direktor der Regensburger Stiftungsbrauerei Bischofshof im Vorfeld der Landesausstellung "Bier in Bayern", die in dieser Woche in Aldersbach in Niederbayern eröffnet wird.

"Dort entscheidet der Börsenwert und nicht mehr der Braumeister darüber, was ins Bier kommt", sagt der Brauereidirektor. Er fürchtet: "Ein Stück Kultur geht verloren, wenn Bier nur noch ein anonymes Industrieprodukt mit maximalem Renditeziel ist". Verbraucher würden überrascht sein, wenn sie beim Bierkauf einmal hinter das Etikett schauen: "Gerade einige Münchner Brauereien sind heute Teil dieser weltumspannenden Konsortien."

So gehören beispielsweise Paulaner und Hacker-Pschorr zur niederländischen Heineken-Gruppe; Franziskaner Weißbier, Löwenbräu und Spaten sind Teil von Anheuser-Busch InBev, der größten Brauereigruppe der Welt mit Sitz in Belgien. Was viele regionale bayerische Brauereien besonders ärgert: Einige der multinationalen Getränkeriesen werden in ihren Heimatländern steuerlich massiv begünstigt, wie jetzt auch die New York Times recherchierte.

 
 
 

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