Witzige Webseite

Wie youraislopbores.me eine Bewegung gegen künstliche Intelligenz einfängt

Das Internet braucht mehr Menschen, die Sachen ohne künstliche Intelligenz kritzeln. Eine witzige Website bringt den Mensch zurück in die Maschine.

Ein Triceratops als Haustier: Darauf kommt keine KI.

Ein Triceratops als Haustier: Darauf kommt keine KI.

Das Wort des Jahres 2025, gekürt von dem Wörterbuch „Merriam-Webster“: Slop. Im Deutschen bedeutet das so viel wie Müll, Dreck oder Abwasser. Doch der Begriff Slop hat seit wenigen Jahren eine neue Bedeutung: Er beschreibt herzlosen, seelenlosen Content im Internet, generiert von einer künstlichen Intelligenz. Viele Menschen haben keine Lust mehr auf die immer gleiche KI-Grütze, die mit einem gelben Sepia-Filter versehen ist oder unnatürlich glänzend und perfekt daherkommt. Sie suchen nach Fehlern, nach Menschlichkeit, die eine Sache zwar technisch unschöner, dafür aber einzigartig machen.

Kaum ein Projekt fasst dieses neue Gefühl so gut ein wie die witzige Website youraislopbores.me. Das Konzept ist simpel: Nutzer können entweder eine Anfrage schicken wie bei ChatGPT. Oder sie tun so, als wären sie selbst eine KI und antworten auf die Prompts von anderen Usern. Wer als KI schauspielert, bekommt Münzen, mit denen man wiederum mehr Anfragen an andere Menschen stellen darf.

Das Ergebnis ist überraschend hoffnungserfüllend: Die schlechte Skizze einer Banane von einem echten Menschen ist viel charmanter als die unnatürlich perfekte Darstellung einer KI.

Auf der Website tauschen sich Leute über ihre Hobbys aus, teilen knuffige Kritzeleien und stellen sich gegenseitig bescheuerte Fragen. Es strahlt eine Wärme aus, die KI so nicht könnte, obwohl man den anderen Menschen hinter dem Bildschirm nicht kennt und keine zweite Anfrage an genau dieselbe Person schicken kann.

All das ist eine nette Spielerei für ein paar Minuten: Dahinter steckt aber auch eine Bewegung, die das Internet wieder menschlicher machen will. Soziale Interaktion mit Fremden war lange das Fundament, das den digitalen Raum so besonders gemacht hat. Heute wollen soziale Medien einen nur möglichst lange an den Bildschirm fesseln und sind dadurch ironischerweise sehr unsozial geworden, überflutet mit herzlosem Slop. Ideen und Projekte wie youraislopbores.me könnten die Lösung sein.

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