Umweltgift
Stadt Landshut warnt vor PCB in Gartenbrunnen

Stadt Landshut
Im rot umrandeten Bereich wurden erhöhte Schadstoffwerte festgestellt. Anwohner sollen noch nicht untersuchte Brunnen im blau umrandeten Bereich der Stadt melden.

Im Bereich der Hofmark-Aich-Straße ist laut Stadt seit 1992 eine Sanierungsanlage in Betrieb, um eine dort seit längerer Zeit bekannte Altlasten-Verunreinigung durch leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe (LHKW) und polychlorierte Biphenyle (PCB) einzudämmen. Die Verunreinigungen stammen vom Gelände der ehemaligen Firma Roederstein, wie die Stadt auf Anfrage unserer Mediengruppe bestätigte.
Jetzt liegen die Analyse-Ergebnisse der gemeldeten Gartenbrunnen aus dem betroffenen Bereich vor. Im Ergebnis seien an einigen Brunnen Überschreitungen des Stufe-1-Werts von PCB festgestellt worden. Deshalb werde den Grundstückseigentümern innerhalb des betroffenen Bereichs dringend geraten, auf jedwede Nutzung des Grundwassers zu verzichten. Das Trinkwasser (Leitungswasser) sei von dieser Grundwasser-Kontamination nicht betroffen und könne weiter bedenkenlos getrunken werden.
Wie bereits im März 2026 dargelegt, hätten von der Stadt Landshut veranlasste Grundwasseruntersuchungen ergeben, dass im oberflächennahen Grundwasserabstrom dieser Altlast punktuelle Restbelastungen an PCB messbar seien. Konkret wurde laut Stadt an einer Messstelle an der Weißenbergerstraße (PB10Q) ein PCB-Wert von 0,021 Mikrogramm pro Liter festgestellt. Damit sei der sogenannte Geringfügigkeitsschwellenwert („Stufe-1-Wert“) von 0,01 Mikrogramm pro Liter überschritten.
Aufgrund der festgestellten Belastung wurden laut Angaben in einem zuvor definierten Untersuchungsbereich die Anwohner gebeten, ihre Gartenbrunnen für weitere Grundwasseruntersuchungen zur Verfügung zu stellen, um den Umfang der PCB-Restbelastungen eingrenzen zu können.
Die Analysenergebnisse liegen nun vor. Im Ergebnis seien an einigen Brunnen Überschreitungen des Stufe-1-Wertes von PCB und somit eine Grundwasserschadstofffahne durch PCB festgestellt worden, die sich durch das Harlander- und Weißenbergviertel ziehe.
Besitzer nicht beprobter Brunnen sollen sich melden
Werde der sogenannte Stufe-1-Wert im Grundwasser überschritten, so handle es sich um eine schädliche Verunreinigung. Von den zuständigen Fachstellen seien Maßnahmen zur Sanierung beziehungsweise zum Schutz des Grundwassers und/oder Nutzungseinschränkungen zu prüfen.
Aufgrund der nun festgestellten Schadstofffahne im Grundwasser wird den Grundstückseigentümern innerhalb des in der Grafik rot umrandeten Bereichs laut Stadt dringend geraten, auf jedwede Nutzung des Grundwassers, beispielsweise zur Bewässerung des Gartens, zu verzichten. Insbesondere sollte das Grundwasser auf keinen Fall zum Tränken von Tieren, Befüllen von Schwimm- und Planschbecken und ähnlichen Vorgängen genutzt werden. Außerhalb des in der Anlage rot umrandeten Bereichs weise die Stadt Landshut jedoch darauf hin, dass auch hier teilweise gerade noch nachweisbare Konzentrationen von PCB vorhanden seien. Vorsorglich sollte auch hier auf eine Nutzung des Grundwassers verzichtet werden, bis eine weitere Abgrenzung der Schadstofffahne und eine Verifizierung der Analysenergebnisse erfolgt ist.
Um den belasteten Bereich noch genauer abgrenzen zu können, bittet die Stadt nochmals alle Anwohner im Untersuchungsbereich (im Lageplan blau umrandet), noch nicht untersuchte Gartenbrunnen mitzuteilen. Die Ergebnisse der Untersuchung würden den Brunneneigentümern zur Verfügung gestellt.
PCB ist problematisch, weil es laut dem Landesgesundheitsamt Bayern sehr langsam abgebaut wird und sich in der Umwelt und im Körper anreichert. Langfristig kann es „zu Störungen des Immunsystems und anderer Organfunktionen kommen“, so die Behörde.
Klarstellend weist die Stadt Landshut darauf hin, dass die empfohlene Nutzungseinschränkung ausschließlich für Grundwasser gilt. Das Trinkwasser (Leitungswasser) sei von dieser Grundwasser-Kontamination nicht betroffen und könne „selbstverständlich weiter bedenkenlos verwendet und getrunken werden“.
Zum gesamten Sachverhalt stehen die Fachstellen der Stadtverwaltung in engem und regelmäßigem Austausch mit dem Wasserwirtschaftsamt Landshut, dem Staatlichen Gesundheitsamt und weiteren Fachbehörden.








