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DLSS 5: Warum Nvidia viele Gamer mit dem neuen KI-Upgrade verärgert

Nvidia
Bei diesem Vergleich sieht man: Die KI (rechts) macht die Haut der Spielfigur weißer und gibt ihr Make-up.
Bessere Grafik mit der Kraft von künstlicher Intelligenz: Klingt erst mal toll für jeden PC-Gamer. Bis man genau hinschaut. Aber von vorne: Grafikkarten-Hersteller Nvidia treibt den KI-Hype weiter an. Schließlich sind es ihre Chips, die Serverzentren für ChatGPT und ähnliche Programme mit Rechenpower versorgen. Nicht umsonst wird Nvidia als eines der wertvollsten Unternehmen gehandelt, zu einer Zeit, in der sich die Weltwirtschaft immer mehr in Richtung KI bewegt. Doch ein Ansatz, wie künstliche Intelligenz tatsächlich Produkte verändern oder in Nvidias Worten „verbessern“ könnte, wirft starke Zweifel auf, ob das alles wirklich so sinnvoll ist.
DLSS bedeutet: mehr Leistung durch künstliche Intelligenz
Die neue Innovation von Nvidia heißt DLSS 5 und soll mithilfe von KI Videospiele schöner machen. Soweit, so gut. Wie die „5“ im Namen beschreibt, ist Deep Learning Super Sampling (DLSS) als Technologie nichts Neues. Im Prinzip ermöglicht DLSS, dass ein Computer ein Spiel mit besserer Grafik und Auflösung anzeigen kann, ohne dabei mehr Rechenpower zu verwenden. Das ist möglich, indem DLSS KI nutzt, um das Bild hochzuskalieren. Gleichzeitig kann die Technologie auch die Bildrate erhöhen, damit Spiele flüssiger laufen.
Diese stark vereinfachte Erklärung zeigt: An DLSS ist eigentlich nichts verkehrt. Schwache Computer können durch DLSS Spiele anzeigen, als ob die Geräte deutlich leistungsstärker wären. Warum löst nun aber die fünfte Version davon so große Sorge bei Entwicklern, Künstlern und Gamern zugleich aus?
In der Ankündigung zu DLSS 5 schreibt Nvidia, dass die neue Variante fotorealistisches Licht und Effekte mit sich bringt. Das Marketing-Gerede läuft im Endeffekt aber auf Folgendes hinaus: Nvidia legt einen KI-Filter über das Game. Die Haut einer Figur wird glatter, Licht heller, der Detailgrad größer.
Macht DLSS 5 alles realistischer oder nur mehr Fake?
Damit wird aber die künstlerische Intention der Entwickler untergraben: Vielleicht soll ja eine Szene düster sein. Vielleicht sollen ja Falten oder Schmutz im Gesicht eines Charakters sein. Vielleicht soll eine Figur kein Make-up haben, aber DLSS 5 fügt es oft hinzu.
In vielen Vergleichsbildern, die Nvidia bei der Ankündigung geteilt hat, sieht es aus, als ob die Spielfiguren einen Instagram-Filter bekommen hätten. Das liegt wohl daran, dass die KI, die Nvidia für DLSS 5 nutzt, auf stark bearbeiteten Bildern trainiert wurde und deshalb nun auch die Videospiel-Grafik so verändert, als wäre alles durch einen Schönheitsfilter gejagt worden.
Die größten Übeltäter: Manchmal wird die Haut einer Figur sogar deutlich heller gemacht, sodass eine Person mit dunkler Haut plötzlich weiß ist.
Entwickler können laut neuen Berichten nicht einstellen, wie und wo die KI von DLSS 5 grafisch eingreift. Denn es bearbeitet nur ein bereits erstelltes Bild und greift nicht ein, während das Spiel eine Szene im Game aufbaut. Die künstlerischen Entscheidungen eines Entwickler-Teams werden damit einfach übergangen und übermalt.
Kritiker sehen hier einen Versuch von Nvidia, die Konsumenten an die Ästhetik der Programme zu gewöhnen. Schließlich verdient das Unternehmen viel an der KI-Technologie mit. Dass sich mehr Konsumenten gegen „KI-Slop“ stellen, ist also ein Problem für sie. Auch viele Entwickler fühlen sich hintergangen. Sie befürchten, dass die KI für jeden Spieler unterschiedliche „Verbesserungen“ ausspuckt und ihre Spiele bei jedem anders aussehen.
Andere Gamer zeigen sich optimistisch und weisen darauf hin, dass DLSS 5 noch besser werden kann. Eine Minderheit findet den Look, den die KI mit sich bringt, sogar schöner.









