Neuer Name für Twitter

Was Elon Musk mit X vorhat

Seit Elon Musk Twitter übernommen hat, hat sich viel verändert. Nun muss Vogel Larry weichen, das Logo der Marke. Was die Zukunft mit X bringen soll.


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Das wars mit dem Vogel als Logo. Elon Musk ist dabei, Twitter in X umzubenennen.

Wir haben schon den YouTube-Fernseher und die Instant-Kamera von Instagram verabschiedet. Jetzt verlässt uns eine weitere Ikone der Social-Media-Logos: Twitter-Vogel Larry. Elon Musk gab am 24. Juli bekannt, dass Twitter künftig X heißen soll. Der Milliardär steht auf den Buchstaben X. Teslas Model X, die Firmen SpaceX und X.com und natürlich der Name seines Sohnes X Æ A-12, später umbenannt in X. Nun soll auch der Kurznachrichtendienst diesen Titel tragen.

Was ist Elon Musks Vision für die Firma? X soll nicht einfach nur ein Rebranding sein, die Plattform soll sich grundlegend verändern. CEO Linda Yaccarino twitterte beziehungsweise nun X-te, dass sie die „Zukunft von unlimitierter Interaktivität“ sein soll. Ein „globaler Marktplatz für Ideen, Services und Güter.“ Auch Online-Banking-Funktionen soll die App einmal haben. Quasi die ultimative Social-Media-Plattform, die WhatsApp, Facebook, Instagram und Twitter vereint. Natürlich alles gestützt durch KI.

Was auf den ersten Blick bahnbrechend klingt, gibt es schon – allerdings in China: WeChat. Neben klassischen Funktionen wie Nachrichten, Bilder oder Videos teilen, können chinesische Bürger dort ihren Personalausweis verknüpfen und darüber Restaurants, Taxis oder Arzttermine buchen und bezahlen. Chinas Internet dreht sich um WeChat. Das Problem: Die App ist alternativlos, die Betreiberfirma Tencent hat nahezu uneingeschränkte Macht. Und die Daten, die die App aus allen Lebensbereichen sammelt, werden ungefiltert an die chinesische Regierung weitergegeben.

Natürlich sind europäische und amerikanische Datenschutzgesetze deutlich strenger, dennoch ist eine App, wie X sie werden möchte, besorgniserregend. Auch die Konkurrenzfirma Meta steht dazu immer wieder in der Kritik. CEO Mark Zuckerberg hat mit seinem Metaverse Ähnliches vor.

Dabei soll ebenfalls eine digitale Welt entstehen, in die viele Aktivitäten des realen Alltags verlegt werden. Zu Meta gehören bereits Facebook und Instagram und seit Kurzem auch ihre neue App Threads. Sie ist eine direkte Reaktion auf Elon Musks Pläne mit Twitter. Innerhalb eines Tages meldeten sich 30 Millionen Nutzer an.

In der EU ist Threads noch nicht verfügbar. Der Grund: Die App möchte eine Vielzahl an Daten ihrer Nutzer einsehen können. Darunter Gesundheitsdaten, Finanzinformationen, Suchhistorien, Onlinekäufe, das Kontaktbuch, den Standort, den Namen, das Alter, das Geschlecht und vieles mehr. Für viele ein No-Go.

Die Zukunft der Sozialen Medien ist ungewisser denn je, der Kampf zwischen Elon Musk und Mark Zuckerberg scheint gerade erst angefangen zu haben. Und beide wirken eher wie der Bösewicht als der Held der Geschichte.