Musik-Tipp
Umweg zur Unabhängigkeit: Mit dem Album „Detour“ ist Kim Petras endlich frei
Darum geht’s: Pop-Musikerin Kim Petras kommt ursprünglich aus Deutschland, heute lebt sie in Los Angeles. Über ein halbes Jahrzehnt stand die Künstlerin unter der Kontrolle ihres Labels. Während Republic Records ihr ein sicheres Einkommen brachte, schrieb es leider einen strikten Karriereweg als Pop-Girlie vor und verbot ihr teils, überhaupt Musik zu veröffentlichen.
Die Musik: In ihrem wohl persönlichsten Album, produziert ohne ihr Label, das auf Deutsch mit „Umweg“ übersetzt werden kann, macht sie genau das: eine Umleitung abseits des fremdbestimmten Wegs nehmen.
Der namensgebende erste Song „Detour“ hat dabei eine besondere Funktion: Er setzt den Grundstein für die Ästhetik des Albums, mit aggressiven Elektro- und Hyperpop-Einflüssen und bewusst chaotischem Sound, der das genaue Gegenteil zu „schöner“ Popmusik bietet. Lyrisch fordert Kim Petras die Hörer auf, mit ihr diese ungewisse Umleitung zu nehmen, da es mehr als nur einen Weg gibt, der ans Ziel führt. Sie selbst beschreibt den Song so: „Ich wollte, dass er sich so anfühlt, als ob man mit einem Auto auf eine Klippe zufährt. Nicht, um es wirklich zu tun, sondern nur, um darüber nachzudenken.“
Fazit: Kritiker und Fans beschreiben das Album als ihr wahres Debüt, das endlich ihre komplette künstlerische Vision zeigt. Es wirkt wie eine rastlose Fahrt durch LA. Vor allem die musikalische Neuausrichtung voller experimenteller Sounds und neuer, persönlicher Tiefe wie im Lied „Brutalist“, der als bester Song ihrer Karriere betitelt wird, machen „Detour“ so besonders. Es zeigt, dass der Glaube an sich selbst manchmal die beste Entscheidung ist.









