Film-Tipp

„No Other Choice“: Wenn das Leben ohne Job immer weiter eskaliert

Im koreanischen Meisterwerk „No Other Choice“ verliert ein Familienvater seine Arbeit und dadurch immer mehr die Kontrolle über sein Leben. Sein Ziel ist nun, Mitbewerber bei der Stellensuche zu eliminieren.

Man-su braucht dringend einen Job.

Man-su braucht dringend einen Job.

Darum geht’s: Man-su liebt Papier. Der Experte arbeitet in einer Fabrik mit riesigen Papierrollen und schweren Maschinen. Doch als amerikanische Unternehmer seinen Arbeitgeber kaufen, wird Man-su entlassen. Und schnell merkt der Familienvater, dass sein perfektes Idyll an seinem fehlenden Einkommen zu zerbrechen droht. Die autistische Tochter, die ein Genie am Cello sein soll, bekommt keine teuren Unterrichtsstunden mehr. Der gelangweilte Sohn muss auf sein Netflix-Abo verzichten. Die Ehefrau muss mit dem Tennis aufhören und fängt einen Nebenjob bei einem attraktiven Zahnarzt an. Und: Das Haus, auf das Man-su Jahre gespart hat, kann sich die Familie auch nicht mehr leisten.

Als immer mehr Bewerbungsgespräche scheitern, schmiedet Man-su einen Plan, alle anderen Papier-Experten, die besser für seine Traumstelle geeignet sind, zu töten. Mit der Zeit verliert Man-su dadurch immer mehr die Kontrolle: über seine Familie, seine Finanzen und seine Moral.

Das Besondere: „No Other Choice“ ist der neue Film des koreanischen Filmemachers Park Chan-wook, unter anderem bekannt für seinen Kultklassiker „Oldboy“. Das bedeutet, dass auch die Geschichte des jobsuchenden Papier-Experten grandios gefilmt ist. Und auch die Schauspieler navigieren den ständig wechselnden Ton des Skripts gut: Denn „No Other Choice“ ist ein todernster Thriller, eine witzige Realsatire und eine schlau durchdachte Kapitalismus-Kritik.

Fazit: „No Other Choice“ braucht vielleicht ein bisschen zu lange, um Fahrt aufzunehmen, doch spätestens nach den ersten 30 Minuten explodiert der Film förmlich mit lustigen Momenten, interessanten Ideen und spannenden Wendungen.

All diese Elemente fließen zusammen in ein Finale, das den Zuschauer sprachlos zurücklässt und dabei an einen anderen koreanischen Klassiker erinnert. Auch „Parasite“ war eine ähnlich bissige Kapitalismuskritik, die sich 2019 brennend aktuell angefühlt hat. „No Other Choice“ erreicht Ähnliches, indem der Film Entwicklungen wie künstliche Intelligenz anschneidet.

Gleichzeitig ist der Film eine der lustigsten Realsatiren der vergangenen Jahre. Hauptdarsteller Lee Byung-hun wechselt grandios zwischen liebevollem Familienvater, eiskaltem Mörder und tollpatschigem Cartoon-Charakter, der von einer seltsamen Situation in die nächste stolpert. Er ist das Herz des Films, zusammen mit Son Ye-jin, die seiner Frau viel Tiefe verleiht.

„No Other Choice“, Thriller/Komödie, CJ ENM Studios, Länge: 139 Minuten, seit 5. Februar 2026 im Kino, freigegeben ab 16 Jahren.

Folgen Sie Themen dieses Artikels:

Alle Artikel zu gefolgten Themen und Autoren finden Sie bei mein Idowa

Keine Kommentare


Neueste zuerst Älteste zuerst Beliebteste zuerst
alle Leser-Kommentare anzeigen
Leser-Kommentare ausblenden

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.

merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.