EG Südbayern

Marcher Fleischwerke übernimmt die Schlachthöfe Landshut und Vilshofen

Nachdem im November vergangenen Jahres eine Schließung in Landshut drohte, konnte nun ein Investor an Bord geholt werden, der die Zukunft gleich zweier Schlachthöfe in Niederbayern sichert.

Artikel vorlesen
Das Ringen um die Zukunft des Landshuter Schlachthofs scheint ein Ende zu haben. (Symbolbild)

Das Ringen um die Zukunft des Landshuter Schlachthofs scheint ein Ende zu haben. (Symbolbild)

Von Redaktion Wirtschaft, und Alexander Schmid

Die Erzeugergemeinschaft Südbayern hat 51 Prozent der Anteile an den Schlachtbetrieben an den Standorten Landshut und Vilshofen (Kreis Passau) an die Firma Norbert Marcher mit Sitz in Villach veräußert, das teilte die Erzeugergemeinschaft am Freitag mit.

Mit diesem Schritt wird Marcher Fleischwerke neuer Mehrheitsgesellschafter der Schlachtbetriebe an den beiden Standorten und übernimmt zugleich die alleinige operative sowie industrielle Führung der beiden Betriebe.

Sofern das Kartellamt der Übernahme zustimmt, stelle diese eine langfristig tragfähige Perspektive für die Standorte, deren Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden in der Region dar, heißt es in der Mitteilung.

Nach der Übernahme durch das österreichische Familienunternehmen sollen die beiden Standorte in Landshut und Vilshofen in ihrer regionalen Struktur und Funktion erhalten bleiben. Konkret sollen alle bestehenden Geschäftsbeziehungen, Lieferketten und Arbeitsverhältnisse bestehen bleiben.

Erzeugergemeinschaft schlüpft in alte Rolle

Nachdem der Schlachthof in Landshut Jahr für Jahr Millionenverluste schrieb und zudem Standortnachteile wie hohe Gebühren keine Aussicht auf Besserung gaben, kündigte die EG Südbayern bei einer Vertreterversammlung im vergangenen November die Schließung des Landshuter Schlachthofs an - ließ sich jedoch ein Hintertürchen offen: Sollte ein Investor einsteigen, wäre ein Weiterbetrieb möglich.

Im März dieses Jahres dann verkündete Erwin Hochecker, Vorstandsvorsitzender der EG, bei der Mitgliederversammlung in Essenbach: „Nach Lage der Dinge ist eine Beteiligung eines Investors aus der Branche in greifbarer Nähe.“ Im Gespräch war auch da schon ein Einstieg des Investors in den zweiten Schlachthof der Erzeugergemeinschaft in Vilshofen. Der - anderes als in Landshut - rentabel läuft.

Mit dem Einstieg der Marcher Fleischwerke in die beiden Schlachthöfe in Niederbayern nimmt die Erzeugergemeinschaft Südbayern wieder die Rolle ein, als noch Vion an Bord war: Die EG hält 49 Prozent an beiden Schlachtbetrieben, der Investor aus Österreich 51 Prozent. 

Traditionsunternehmen trifft auf Genossenschaft

Die Marcher Fleischwerke, sind ein traditionsreiches österreichisches Familienunternehmen, das in dritter Generation geführt wird und zu den führenden Fleischverarbeitungsgruppen im deutschsprachigen Raum zählt. Die Unternehmensgruppe betreibt ein Netzwerk aus Schlacht-, Zerlege- und Verarbeitungsstandorten an elf Standorten in Österreich und beliefert Kunden entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Die Erzeugergemeinschaft Südbayern mit Sitz in Pocking (Kreis Passau) wurde 1967 gegründet und zählt zu den größten landwirtschaftlichen Genossenschaften in Süddeutschland. Sie vertritt mehr als 9.000 Mitgliedsbetriebe und gehört zu den führenden Viehvermarktern Deutschlands.

Themen des Artikels folgen

Alle Artikel zu gefolgten Themen und Autoren finden Sie bei mein idowa

Keine Kommentare


Neueste zuerst Älteste zuerst Beliebteste zuerst
alle Leser-Kommentare anzeigen
Leser-Kommentare ausblenden

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.