Konkurrenz für X
Neue Social-Media-App: Könnte W Social ein europäisches Twitter sein?
Wer diese neue App verstehen möchte, sollte beim Namen beginnen. Warum heißt ein soziales Netzwerk schlicht W? Die erste Antwort ist banal: „W steht im Alphabet vor X“, sagt CEO Anna Zeiter. Und X, ehemals Twitter, ist die Plattform, von der sich die App Zulauf erhofft. Denn im Layout und in der Bedienung ist W dem Kurznachrichtendienst sehr ähnlich. Nun die zweite Erklärung zum Namen: Der Buchstabe W bestehe aus zwei Vs. Das, so erklärt die Schweizer Managerin, stünde für die Prinzipien von W: „Values“ und „Verify“, Werte und Überprüfung. Denn nur geprüfte Nutzer sollen das Netzwerk mit wertvollen Inhalten füttern.
Mit dem schwedischen Unternehmer Ingmar Rentzhog hat Anna Zeiter die App gegründet. Sie wird in Europa programmiert, gehostet, finanziert und soll eine europäische Alternative zu den vielen Netzwerken sein, die aus den USA und mit TikTok aus China kommen. W, so der Anspruch, soll Europa ein Stück weit unabhängiger machen.
Markantester Unterschied bei W: Jeder Nutzer muss sich mit Personalausweis oder Reisepass verifizieren und ein Selfie erstellen. Die Daten werden danach gelöscht, es bleibt nur ein verschlüsselter Token. Wer möchte oder muss, kann ab da auch anonym unter einem Pseudonym posten.
Seit dem 17. Juni 2026 steht W mit einer öffentlichen Beta nun allen zur Verfügung, Nutzer müssen sich aber noch per Mail bewerben. Die volle Version soll im Januar 2027 online gehen.
Ob W so viele Nutzer erreicht, damit die Plattform relevant wird, ist die spannende Frage der nächsten Monate. Das Interesse scheint aber groß zu sein: Auf der Warteliste stehen 50.000 Personen aus 180 Ländern. Clubhouse, BeReal oder Vero zeigen aber, dass sich nach einem anfänglichen Hype schnell Ernüchterung breitmachen kann.










