Gaming

Can Durmaz aus Ergolding entwickelt eigenes Computerspiel

Für Can Durmaz geht ein Traum in Erfüllung: Der 16-Jährige arbeitet an seinem ersten Computerspiel. Von „The Cellar: Ashveil“ soll demnächst eine Demo erscheinen.

Can Durmaz arbeitet an einem Computerspiel.

Can Durmaz arbeitet an einem Computerspiel.

Mit 16 Jahren machen Jugendliche in der Regel: lernen für die Schule, Sport oder Party. Can Durmaz arbeitet an einem Spiel. Das trägt den Namen „The Cellar: Ashveil“ und dreht sich um eine junge Frau, die zwischen zwei Welten gefangen ist. Evelyn, so ihr Name, entdeckt eines Tages eine Treppe in ihrer Wohnung, die sie an einen dunklen, unheimlichen Ort führt, an dem ihre Albträume wahr zu werden scheinen. Doch sie findet auch Unterstützung.

„Ashveil“ funktioniert wie ein RPG.

„Ashveil“ funktioniert wie ein RPG.

Auf die Idee zum Spiel kam Can im Auto. Genauer, bei einer Fahrt mit seinem Vater. Der hört gerne Podcasts. Eine Folge über eine Geistergeschichte inspirierte Can. „Bei der Frau, um die es da ging, gab es einen Zugang in eine andere Welt im Haus“, erzählt der Ergoldinger. Ganz wie in dem Spiel „Omori“, eine weitere Ideenquelle für den jungen Entwickler. So entstanden Evelyn und ihre Wohnung, in der sich eines Tages ein Tor in eine andere Welt öffnet. Doch diese zweite Welt ist kein guter und netter Platz – zumindest in „Omori“. Dort führt der Weg der Hauptfigur in einen Albtraum. Ob das bei „The Cellar: Ashveil“ ähnlich ist? Can lächelt und schweigt.
Eine Besonderheit: Bis auf eine Handvoll Hilfestellungen arbeitet der 16-Jährige an „The Cellar: Ashveil“ absolut allein. Am Anfang, so erzählt er, waren noch ein paar Freunde dabei, doch einer nach dem anderen verlor das Interesse. „Jetzt mache ich es allein“, sagt er über sein Gamingstudio, das er Ashy Ink genannt hat. Neben seiner Ausbildung zum Fachinformatiker. Seine Eltern achten darauf, dass die nicht zu kurz kommt und unterstützen ihn sonst, wo es geht.

Das Game spielt in zwei Welten.

Das Game spielt in zwei Welten.

Vom Zuschauer zum Entwickler

„The Cellar: Ashveil“ ist nicht die erste Idee von Can. Schon seit er neun Jahre alt ist, träumt er davon, irgendwann sein eigenes Game herauszubringen. Begonnen hat alles mit Minecraft. Ein Freund zeigte ihm das Spiel. Später war es dann die Konsole seines Vaters, auf der er manchmal spielen und seinem Vater zuschauen durfte.

Die ersten Schritte, um seine Idee zu verwirklichen, machte Can mit dem inzwischen legendären Programm „RPG Maker“: eine Software, die es jedem ermöglicht, ein eigenes Spiel im Stile klassischer japanischer RPGs wie den alten Teilen von „Final Fantasy“ zu kreieren. Später wechselte er auf die Software „GameMaker“, quasi eine Erweiterung der Möglichkeiten, die der „RPG Maker“ bietet. Die Software ist auch weit mehr als ein Spielzeug für Einsteiger. Unter anderem das Kultspiel „Undertale“ ist damit gestaltet worden sowie zahlreiche weitere Titel, die nicht nur bei Liebhabern von Indie- und Retrospielen hoch im Kurs stehen. Ein Vorteil des „GameMakers“: Die Entwickler können ihre Spiele mithilfe einer grafischen Oberfläche gestalten. Das heißt, man sieht sofort, wie das Level aussieht, in dem die Figur herumlaufen soll. Trotzdem ist noch viel Feinjustierung nötig, bis die Dinge auch so laufen, wie Can sie sich vorstellt.

Die Treppe in die andere Welt.

Die Treppe in die andere Welt.

Ein simples Beispiel: Was macht die Figur, wenn sie zu einer Schublade geht und diese öffnen möchte? Um diese Interaktionen auszutesten, hat Can einen eigenen Raum für seine Heldin Evelyn kreiert, in dem er sie frei bewegen kann. Dort testet er auch das Kampfsystem. Es funktioniert rundenbasiert wie in Rollenspielen üblich. Auf dem Bildschirm sieht man hier auch einen zweiten Charakter auftauchen, den man sonst vergeblich sucht. Das ist Ashy, der Evelyn in der anderen Welt begegnet. Was es genau mit ihr auf sich hat, verrät Can aber noch nicht.

Natürlich gibt es auch Kämpfe.

Natürlich gibt es auch Kämpfe.

Demo für die Gamingmessen

Aktuell treibt vor allem ein Ziel den jungen Entwickler an: eine Demo rechtzeitig für die kommenden Gamingmessen fertigzustellen. Das heißt: eine Art Kurzversion des Spiels, die zeigt, worum es bei „The Cellar: Ashveil“ geht. Diese kommt dann auf die Plattform Steam, auf der Spieler sie kostenlos ausprobieren können. „Ich bin schon sehr auf das Feedback gespannt. Besonders von Leuten, die das Spiel auf diesem Weg zum ersten Mal testen“, sagt Can. Anspielbar wird „The Cellar: Ashveil“ auch auf den Spielemessen GG Bavaria in München (6. bis 8. März 2026) und der LA Play in Ergolding (18. April 2026) sein. Dort kann man mit Can auch persönlich sprechen.

Auf unserem Instagram-Kanal @freistunde.de erklärt Entwickler Can, wie ausgereift sein Spiel schon ist.

Eines von Cans Vorbildern: das Rollenspiel „Earthbound“.

Eines von Cans Vorbildern: das Rollenspiel „Earthbound“.

Inspirationen für das eigene Spiel

Earthbound: Ohne dieses Spiel wären Titel wie „Omori“ oder „Undertale“ undenkbar. Denn das japanische Rollenspiel aus den 1990er-Jahren zeigte der Welt, wie man die Systeme, mit denen Spieler davor nur Fantasymonster besiegten, auch in eine alltägliche Umwelt integrieren kann. So wird zum Beispiel der Versuch, eine Cola-Dose aus einem Automaten zu bekommen, als Kampf dargestellt.

Omori: 2020 herausgekommen, läutete dieses Rollenspiel eine neue Ära für Indie-Computerspiele ein. Entwickelt vom kleinen Studio Omocat und teilweise über Crowdfunding finanziert, erschien das Spiel im Jahr 2020 und eroberte die Herzen der Gamer. Eine Besonderheit: Die Horror-Geschichte einer Traumwelt hat einen ernsten Hintergrund. Es geht um den Umgang mit Depressionen.

Undertale: Bevor Spieleentwickler Toby Fox 2015 mit diesem Retro-Rollenspiel einen riesigen Hit kreierte, war es eher selten, dass eine einzige Person so ein komplexes Spiel entwickelt. Denn Fox ist verantwortlich für Skript, Design und Soundtrack und die zahllosen Entscheidungen, die der Charakter im Laufe der Handlung tätigen kann. Zum Megahit gibt es die lose Fortsetzung „Deltarune“, ebenfalls von Fox.

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