Kino-Tipp

„Der Astronaut – Project Hail Mary“ ist ein grandioses Weltraum-Epos

Der neue Film „Der Astronaut – Project Hail Mary“ macht aus dem Weltuntergang eine knuffige Buddy-Komödie. Klingt seltsam? Ryan Gosling und das Team hinter dem Film finden aber etwas Zeitloses.

Ryland Grace ist ein einfacher Physik-Lehrer – und die letzte Hoffnung für die Menschheit.

Ryland Grace ist ein einfacher Physik-Lehrer – und die letzte Hoffnung für die Menschheit.

Darum geht’s: Seltsame Lebensformen fressen die Energie der Sonne und aller anderen Sterne. Die Menschen auf der Erde wissen nicht, was sie dagegen tun sollen: bis sie Ryland Grace finden, einen Mittelschullehrer, der in seinem Physik-Studium Thesen aufgestellt hat, die nun die Rettung der Welt bedeuten könnten. Und tatsächlich: Durch den verschrobenen Lehrer finden die Forscher mehr über die „Astrophagen“ heraus, die die Sonne immer weiter verdunkeln.

Durch verschiedenste Umstände landet Ryland im Weltraum und muss herausfinden, wie man die Astrophagen aufhalten kann. Dabei stößt er auf ein seltsames Alien-Schiff: Der einzige Bewohner scheint das gleiche Ziel zu verfolgen. Ryland und das Alien lernen, sich einander zu verstehen und freunden sich immer mehr miteinander an. Können sie ihre Welten retten?

Das Besondere: „Der Astronaut – Project Hail Mary“ hat eigentlich nur zwei Menschen in der Hauptrolle. Ryland, gut gespielt von Ryan Gosling, ist konstant zwischen Überforderung und Pflichtbewusstsein gefangen.

Auf der anderen Seite ist die emotional kalte Eva Stratt, die die Weltrettungs-Aktion von der Erde aus leitet. Nur selten wechselt der Film zu ihrer Sichtweise, sobald Ryland im Weltraum schwebt, doch Schauspielerin Sandra Hüller lässt jede Szene zählen. Denn: Obwohl Ryland und das Alien der Kern des Films sind, ist der effektivste Moment doch eine Stelle, in der Eva Stratt beim Karaoke das Ende der Welt mit einem Harry-Styles-Hit besingt.

Auch hinter der Kamera ist viel Talent: vor allem Phil Lord und Chris Miller, die Superhelden-Fans kennen sollten. Sie sind unter anderem die Genies hinter den „Spiderverse“-Filmen. Auch Kameramann Greig Fraser kennt man zum Beispiel von den „Dune“-Adaptionen und „The Batman“. Wenig überraschend ist also, dass „Der Astronaut“ mit einigen Kameratricks und atemberaubenden Darstellungen des Weltraums begeistert.

Fazit: Die einzige Kritik, die man „Der Astronaut“ vorwerfen kann, ist, dass der Film zweieinhalb Stunden lang ist und gefühlt viermal endet, bevor wirklich der Abspann kommt. Dadurch wirkt der Film zum Schluss ein wenig chaotisch. Aber gleichzeitig braucht der Film diese zusätzlichen Szenen, um bei der Aussage anzukommen, die er vermitteln will: Denn „Der Astronaut“ ist ein Werk über Zusammenhalt, was besonders durch die Freundschaft zwischen Ryland und dem Alien klar wird. Über das Weltraum-Wesen sei nicht zu viel verraten, denn wie es dargestellt wird, ist das Highlight des Films.

Alle anderen Elemente des Films punkten und bieten so großartiges Popcorn-Kino, das trotzdem etwas aussagen will. Wer Weltraum-Abenteuer mit originellen Geschichten wie „Der Marsianer“ oder „Interstellar“ vermisst, ist hier also gut aufgehoben.

„Der Astronaut – Project Hail Mary“, Science-Fiction, Amazon, 156 Minuten, seit 19. März 2026 im Kino, freigegeben ab zwölf Jahren.
 

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