Oberbayern

Ein Jahr nach S-Bahn-Unfall gehen Ermittlungen weiter

Fünf Tote in Garmisch, ein Toter bei Schäftlarn und ein glimpflicher Ausgang kürzlich bei Peiting - es war eine traurige Serie von Bahnunglücken in Oberbayern, die vor einem Jahr begann: Am 14. Februar stießen bei Schäftlarn zwei S-Bahnen zusammen.


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Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks verpacken einen der beiden jeweils rund 21 Tonnen schweren Triebwagen der verunglückten S-Bahn Züge.

Ein Jahr nach dem S-Bahn-Unglück von Schäftlarn mit einem Toten ist die Frage einer strafrechtlichen Verantwortung weiter offen. "Unsere Ermittlungen sind inzwischen zwar schon weit gediehen, sind aber noch nicht abschlussreif, da uns insbesondere das sehr wesentliche unfallanalytische Gutachten noch nicht vorliegt", teilte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I, Anne Leiding, mit.

In dem Fall wird gegen einen der beiden Lokführer wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Ob es zu einer Anklage kommen wird, ist offen. "Wir unterstützen die Behörden bei der vollumfänglichen Aufklärung", sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Die Ermittlungshoheit liege ausschließlich bei den Strafverfolgungsbehörden. Deshalb könne die Bahn einem abschließenden Ermittlungsergebnis nicht vorgreifen.

Der Zug Richtung München war nach dem Zwischenbericht der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) nach der Abfahrt am Ebenhausen-Schäftlarn unzulässig an einem Haltesignal vorbeigefahren und sei zwangsgebremst worden. Der Triebwagenführer habe die Zwangsbremsung aufgelöst und die Fahrt nach kurzer Standzeit in Richtung des eingleisigen Streckenabschnittes fortgesetzt, ohne vorher den zuständigen Fahrdienstleiter über Zugfunk verständigt zu haben.

Bei dem Zusammenstoß am 14. Februar waren ein junger Mann getötet und mehrere Menschen verletzt worden, laut BEU erlitten zehn von ihnen schwere Verletzungen. Nicht einmal vier Monate später entgleiste in Garmisch-Partenkirchen ein Zug. Fünf Menschen starben, zahlreiche Fahrgäste wurden verletzt. Im Januar entgleiste im oberbayerischen Peiting erneut ein Zug, das Unglück ging nach einer ersten Einschätzung der Bayerischen Regiobahn (BRB) wahrscheinlich auf die Störung einer Weiche zurück. Verletzt wurde niemand.