Passau

Zahl der Flüchtlinge an der bayerischen Grenze unverändert hoch


Flüchtlinge warten am 31.10.2015 bei Simbach am Inn (Bayern) an der österreichisch-deutschen Grenze auf der Innbrücke.

Flüchtlinge warten am 31.10.2015 bei Simbach am Inn (Bayern) an der österreichisch-deutschen Grenze auf der Innbrücke.

Der Zustrom von Flüchtlingen nach Bayern konzentriert sich auf fünf Grenzübergänge. Dort richten sich die Einsatzkräfte und Helfer auf deutlich mehr Menschen ein.

Der Zustrom von Flüchtlingen an der bayerischen Grenze ist unverändert hoch. Bis Samstagmittag waren allein an den Übergängen Wegscheid (Landkreis Passau) und Simbach am Inn (Landkreis Rottal-Inn) jeweils mehr als 1000 Menschen in Deutschland angekommen oder warteten an den Übergängen. "Für die drei niederbayerischen Grenzübergänge sind 34 Busse aus Österreich angekündigt. Nach den Erfahrungen der vergangenen Tage, werden es aber sicher mehr", sagte der Sprecher der Bundespolizeiinspektion Freyung, Thomas Schweikl. Am Freitag waren bayernweit 7500 Flüchtlinge angekommen, davon in Niederbayern mehr als 5500 Menschen.

Nach einer neuen Absprache zwischen Deutschland und Österreich ist der Zustrom der Flüchtlinge an der Grenze neu geregelt worden. Die beiden Länder haben sich darauf geeinigt, ausschließlich an fünf Grenzübergängen in Bayern sogenannte Übergabe- und Kontrollstellen einzurichten. In Niederbayern sind dies Wegscheid, Neuhaus am Inn und Simbach, in Oberbayern werden die Flüchtlinge an den Übergängen Freilassing und Laufen entgegengenommen.

Diese Maßnahme soll ein geordnetes Verfahren ermöglichen. So haben die österreichischen Behörden zugesagt, die Flüchtlinge in regelmäßigen Abständen zur Grenze zu bringen. Zuvor waren die Migranten oft erst am späten Nachmittag und dann in einer großen Anzahl mit Bussen zur Grenze gebracht worden. Dadurch hatte sich die Weiterfahrt lange verzögert und die Flüchtlinge, darunter viele Kinder mussten stundenlang in der Kälte stehen. "Die Zeit wird zeigen, ob sich diese Maßnahme bewährt", sagte der Sprecher der Bundespolizeidirektion München, Stefan Brandl.

Auf der österreichischen Seite ist am Samstag am Grenzübergang Passau-Neuhaus ein winterfestes Zelt aufgebaut worden. Dort können sich etwa 1000 Menschen aufhalten, ehe sie über die Grenze geführt werden. "Das ist ein klares Zeichen, dass der Zustrom größer werden wird", sagte der Bürgermeister von Neuhaus am Inn, Josef Schifferer (CSU). Er rechnet für seine Stadt mit einer Zunahme der Flüchtlinge um das Dreifache.

Die Einsatzkräfte und Helfer auf deutscher Seite hoffen zudem auf mehr Busse, die die Migranten in die Notquartiere oder Erstaufnahmeeinrichtungen bringen sollen. Die Koordinierungsstelle Flüchtlingsverteilung des Bundesinnenministeriums hatte zugesagt, in Passau 100 Busse zu stationieren. Damit sollen die Kapazitäten in dem Grenzraum von derzeit 4500 auf etwa 7000 Menschen täglich erhöht werden.