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Artikel vom 08. Mai 2012 11:45, 521 mal gelesen

Von Beruf Bücherwurm

Lina Spieth (21) macht eine Ausbildung zur Buchhändlerin

Lina Spieth aus Straubing liest sehr gerne.

Lina Spieth aus Straubing liest sehr gerne.

Freude am Lesen, einen Faible für den Geruch von bedrucktem Papier und Spaß am Umgang mit Menschen - drei Vorlieben, die du hast? Dann bist du vielleicht schon ein perfekter Anwärter für den Beruf des Buchhändlers.
Doch die Hauptaufgabe ist natürlich nicht nur das Lesen und Anhimmeln der Bücher. Die Ausbildung zum Buchhändler ist kaufmännisch. Hauptarbeitsgebiet ist der Ein- und Verkauf von Büchern und anderen Medien, die schöne Laden- und Schaufenstergestaltung sowie eine gute Kundenberatung.

Das macht Lina als Buchhändlerin (4 Einträge)

 


Um Kunden auch kompetent beraten zu können, braucht es eine rasche Auffassungsgabe und den Willen zur intensiven Recherche.

"Gibt's nicht, gibt's nicht" hat mir mein Chef in der Buchhandlung als erstes eingebläut. Egal, ob ein Buch uralt, in anderer Sprache oder aus anderen Gründen nicht verfügbar ist, es wird immer versucht, das Buch doch noch irgendwie zu besorgen bevor man sagt: "Gibt's nicht".
Ein Großteil aller lieferbaren Titel kann für jeden Kunden bis zum nächsten Tag bestellt werden. Diese Bücher kommen dann über den Bücherwagendienst. Ein speziell für den Buchhandel organisierter Lieferservice, der deutschlandweit jede Nacht die Buchhandlungen mit ihren Büchern versorgt. Diese landen dann alphabetisch geordnet im Abholfach, wo sie an die Kunden ausgehändigt werden.

Man sollte ein Bücherwurm sein
Besonders wichtig ist es auch, sich Inhalte und Rezensionen von Büchern gut einzuprägen und auf interessante Art und Weise wiedergeben zu können. Selbst Bücher zu lesen, ist natürlich unerlässlich. Hat man ein tolles Exemplar gelesen, kann man das auch als Buchtipp auf der Internetseite der Buchhandlung schalten oder im Laden einen Tisch dekorieren.
Da die Bücher in Deutschland der Buchpreisbindung unterliegen, kann ein Buchhändler die Bücher nicht für den Preis verkaufen, den er möchte. Also muss der Buchhändler sich andere Marketingstrategien ausdenken, wie zum Beispiel das Veranstalten von Lesungen mit Autoren. Organisationstalent ist hier gefragt: Es muss ein Termin und ein Honorar mit dem Autor vereinbart werden. Preis und Verkauf von Eintrittskarten werden festgelegt sowie Zeitungsanzeigen und andere Werbemaßnahmen. Die Zahl der Gäste und Bestuhlung am Abend, die Ankunft und Unterbringung des Autors sind zu planen.
Ein weiteres Marketinginstrument der Buchhandlung ist das Gestalten der Schaufenster. Je nach Jahreszeit oder aktuellen Geschehnissen denkt der Buchhändler sich ein interessantes Thema für das Schaufenster aus. Ein gutes Schaufenster ist immer ein Blickfang und Aushängeschild einer Buchhandlung. Macht man eine Ausbildung zum Buchhändler, dann hat man's gut, denn im Buchhandel wird man gefördert. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels organisiert oft Veranstaltungen für den Nachwuchs, wo Auszubildende sich über Weiterbildungsmöglichkeiten informieren und über die Branche diskutieren können. Auch Verlage rufen ab und an Wettbewerbe für Auszubildende in der Buch- und Medienbranche ins Leben. Zählt man zu den Gewinnern, erwarten einen oft Workshops oder Führungen im Verlag. So bin ich zum Beispiel in meinem ersten Ausbildungsjahr für einen Tag bei einem Hörbuchverlag gelandet und habe mit anderen Gewinnern bei der Entstehung eines Hörbuches mitgewirkt und einiges darüber gelernt.

Buchhändlerazubis besuchen Berufsschulen für Medienberufe (zum Beispiel in München) oder die Deutsche Buchhändlerschule in Frankfurt. Dort wird der Unterricht dann blockweise (etwa zwei bis vier Wochen pro Block) in Literatur, Rechnungswesen, Buchhandelsbetriebslehre und anderen Fächern gehalten. Hat man seine IHK-Prüfung erfolgreich abgeschlossen und ist offiziell Buchhändler, kann es sein, dass man eine eigene Warengruppe - das heißt, einen bestimmten Themenbereich - zugeteilt bekommt. Dann ist man zum Beispiel Leiter der Reisebuchabteilung oder der Kinderbuchabteilung.
Ab dem Punkt ist man dann allein für den Einkauf und für die zu verhandelnden Konditionen verantwortlich. Doch soweit bin ich selbst noch nicht. Dazu fehlt mir noch ein Jahr.

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