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Artikel vom 24. April 2012 08:52, 146 mal gelesen

Viel schreiben und noch mehr lesen

"Eragon"-Autor Christopher Paolini lässt sich in die Karten schauen

15 Jahre war Christopher Paolini erst alt, als er den ersten Teil veröffentlichte. Das war vor zehn Jahren.

15 Jahre war Christopher Paolini erst alt, als er den ersten Teil veröffentlichte. Das war vor zehn Jahren.


Am 22. April war der Welttag des Buches - ein guter Zeitpunkt, um ein wenig hinter die Kulissen zu gucken und herauszufinden, wie ein Bücherschreiber so tickt. Dazu unterhielten wir uns in München vor seiner Lesung mit Christopher Paolini, dessen "Eragon"-Reihe sich inzwischen mehr als 25 Millionen Mal verkauft hat. Teil 1, "Eragon: Das Vermächtnis der Drachenreiter", veröffentlichte der junge Autor übrigens mit 15.

Mittlerweile sind zehn Jahre vergangen, in denen vier Bücher rund um den jungen Eragon und seinen Drachen Saphira erschienen sind. Paolini ist mit seinem Fantasy-Helden erwachsen geworden und stellt fest, dass der Reifeprozess ihnen beiden sehr gutgetan hat. "Ich bin noch um ein ganzes Stück schneller erwachsen geworden als Eragon und das hat die Perspektive auf seine Geschichte ziemlich verändert", sagt der Autor. In "Eragon" sei der Held noch mehr oder weniger stellvertretend für Paolini selbst gestanden. "Jeder Junge möchte mit einem Schwert kämpfen und einen Drachen reiten", sagt er. Darunter hätten vor allem die Begleiter von Eragon gelitten. "Ich habe sie eher so beschrieben, wie Eragon sie gesehen hat, als wie sie tatsächlich waren." Das hat sich inzwischen geändert. "Vor allem Arya (Anm.: Eragons große Liebe) hat sich dadurch augenscheinlich verändert. Dabei beschreibe ich sie jetzt nur so, wie sie ist. Eragon hat sie einfach ein wenig anders gesehen."

Zu seiner Lesung in München kamen zahlreiche Fans des "Eragon"-Autors und wollten sich natürlich auch ihre Bücher signieren lassen.

Zu seiner Lesung in München kamen zahlreiche Fans des "Eragon"-Autors und wollten sich natürlich auch ihre Bücher signieren lassen.

An der Prosa drehen
Den Plot seiner ersten Bücher würde er nicht mehr ändern - vielleicht an der Prosa ein wenig drehen. Denn auf den Stil hat sich das viele Schreiben positiv ausgewirkt. Das ist, so Paolini, auch das erste große Geheimnis eines erfolgreichen Autoren. Immer schreiben, selbst wenn man gar nicht will und sich sogar zwingen muss. Geheimnis Nummer zwei: Die eigenen Geschichten immer von jemand anderem lesen lassen. Für den letzten Teil seiner "Eragon"-Reihe hatte Paolini im Schnitt neun Personen, die ihm seine Artikel gegengelesen haben. Und einen eigenen Lektor, der nur dafür zuständig war, darauf zu achten, dass die Bücher in sich schlüssig waren: Dass die Namen von allen Schauplätzen auch passten und die Freunde von Eragon, die nicht im Vordergrund standen, auf einmal nicht an komplett anderen Plätzen auftauchten. "Das war ein großer Vorteil. Ich konnte mich dadurch nur auf's Schreiben konzentrieren", sagt der Autor.

Ähnliches Feedback
Einer seiner Kollegen, dessen Namen er allerdings nicht verrät, hat sogar 100 Personen, die seine Geschichten gegenlesen, bevor er sie an den Verlag weitergibt. Meistens sei ihr Feedback recht ähnlich, hat der Schreiber Paolini verraten. "Wenn allerdings jeder der 100 zu einer bestimmten Szene einen anderen Verbesserungsvorschlag hat, lässt er sie genau so stehen. Dann sorgt sie nämlich für Gesprächsstoff", sagt Paolini amüsiert.

Inzwischen ist die vierteilige "Eragon"-Reihe mehrere 1000 Seiten dick. Eine Größe, an der schon erfahrene Autoren gescheitert sind. Ein Grund dafür: Irgendwann gehen auch dem besten Schreiber die Ideen aus, wenn er keine Inspiration mehr hat. Die - und das ist laut Christo-pher Paolini das letzte Geheimnis - bekommt man nur, wenn man viel liest. Entsprechend vielfältig ist sein Lesestoff. Von alten Sagen wie Beowulf über moderne Fantasy-Autoren (George R. R. Martin, Raymond Feist) bis hin zu Krimis. So sieht man auch gleich, wie die Kollegen schreiben und kommt auf Ideen, die man sonst nie gehabt hätte.

Von Sebastian Geiger

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