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Artikel vom 29. März 2012 10:00, 244 mal gelesen

Probierfeld und Sprungbrett

Beim Aus- und Fortbildungskanal afk in München können junge Leute sich in Radio und Fernsehen versuchen

Radiomoderatoren müssen vieles gleichzeitig im Blick haben. Bei M94,5 gibt es zum Üben unter anderem die Sendung "Teststrecke".

Radiomoderatoren müssen vieles gleichzeitig im Blick haben. Bei M94,5 gibt es zum Üben unter anderem die Sendung "Teststrecke".

Von Katrin Filler

"Was mit Medien machen", das haben viele Jugendliche nach der Schule im Kopf. Was genau, wissen die meisten aber nicht so recht. Für solche Fälle empfehlen sich Praktika bei verschiedenen Medien. Wer Radio oder Fernsehen machen will, ist bei afk gut aufgehoben: dem Aus- und Fortbildungskanal in München. Dazu gehören der Radiosender M 94,5 und afk tv. Letzterer hat erst vergangene Woche für eine Produktion den Grimme-Preis bekommen.

Wer meint, Radio sei genau sein Ding, kann in einem Praktikum ausprobieren, ob ihm das wirklich liegt. "Wir wollen aber keine zweite Berufsausbildung anbieten", sagt Wolfgang Sabisch, Programmleiter bei M 94,5. Der Ausbildungssender will vielmehr helfen, die richtige Entscheidung für den Beruf zu treffen. Wenn die dann lautet: Radio ist doch nichts für mich, ist das auch in Ordnung.

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Grundlagentraining

Gleichzeitig lernt der Praktikant bei afk die Grundlagen der Arbeit für Radio und Fernsehen. "Wir machen die Leute brauchbar für die Arbeitswelt", sagt Klaus Kranewitter, Programmkoordinator bei afk tv. Sie lernen nicht nur die wichtigsten Dinge für die Arbeit in den Medien, sondern auch allgemeine Fähigkeiten wie Terminplanung, Organisation und Pünktlichkeit.

Voraussetzung für die Mitarbeit in einem der afk-Sender ist, dass man sich in einer Ausbildung befindet: in der Schule, im Studium, in einer handwerklichen Ausbildung. Die meisten melden sich nach der Schule oder zu Beginn des Studiums. Denn Zeit muss man schon haben. Es gibt zwar auch zweiwöchige Schnupperpraktika, doch normalerweise dauert die Mitarbeit länger.

Maximal 30 Leute
Die Mitarbeit ist beim Radiosender M 94,5 und beim Fernsehen afk tv unterschiedlich strukturiert:
Bei M 94,5 können maximal 30 Leute pro Semester anfangen. Sie arbeiten in verschiedenen Tagesteams, das heißt, sie sind an einem festen Wochentag in der Redaktion. Dieser Tag beginnt um 8.30 Uhr mit der Frühkonferenz, bei der jeder eigene Vorschläge vorbringen kann und soll. Die Mitarbeiter sind außerdem einem festen Ressort zugewiesen, etwa Politik, Kultur, Musik, Sport, Online oder Nachrichten.

Wertvolle Expertentipps

Jeder sollte außerdem wenigstens zwei Kurse pro Semester besuchen, meint Sabisch. Dafür kommen externe Experten ins Haus. Die Themen reichen von Comedyworkshop über Livereportage und Filmkritik zu Medienrecht und Lokaljournalismus. Dazu kommt - fürs Radio besonders wichtig - Sprechtraining.

Die Mitarbeiter lernen Sendeablauf und -produktion kennen, sie üben Moderation, Schnitt und Ton. Was eben alles zum Radiomachen gehört. Sie können sich reichlich austoben: M 94,5 ist täglich auf Sendung, von 9 bis 23 Uhr, außerdem eine Stunde nachts. Nur sonntags ist das Programm eingeschränkt.

Bei M 94,5 sind die Mitarbeiter auf jeden Fall mindestens zwei Semester dabei. Manche machen bis zu sechs Semester lang mit, andere bleiben nach dem Studium als Tutor dabei.

Bei afk tv sind die Praktikanten sechs Monate lang durchgehend beschäftigt. Es gibt jeweils vier bis fünf Plätze in der Redaktion und in der Technik. Die Praktikanten werden auch hier für alle Positionen geschult, beispielsweise Kamera, Moderation, Ton, Regie, Schnitt. Drei Monate lang haben sie einen ziemlich vollen Stundenplan mit entsprechenden Kursen, außerdem zu allgemeineren Themen wie Medienethik und Recherche. Nach vier Wochen steht eine Kamera-Prüfung an. Nur wer die besteht, darf eine Kamera fahren.

Nach drei Monaten übernehmen die Leute Verantwortung für die Sendungen auf München TV. Dort hat afk tv montags bis samstags je eine Stunde Sendezeit. Je nach Begabung kann man die Sendung in etwa zweieinhalb Tagen schaffen, sagt Kranewitter. Der Rest der Woche wäre dann frei für eigene Projekte: einen Film drehen, Moderation üben oder sich Bühnenbau und Requisite widmen. Hier wie auch im Radio geht es neben der Wissensvermittlung darum, dass die Leute sich ausprobieren können. Sie sollen sehen, was das Medium ihnen zu bieten hat - und umgekehrt.

Sendetauglichkeit
Während die Praktikanten bei afk tv nach der Produktion für den Sendeplatz, quasi nebenbei, eigene, auch neue Dinge ausprobieren können, geschieht das bei M 94,5 meist im Rahmen der Sendungen. Natürlich soll den Hörern und Zuschauern Kontinuität geboten werden, sagen Sabisch und Kranewitter. Sabisch findet: "Jeder sollte hier verrückte Sachen ausprobieren können, nicht nur die gängige Art von Programm." Aber was produziert wird, muss schon sendetauglich sein. Das gilt vor allem für das Radio, denn da bekommen die Hörer Erprobungen live mit. Dass bei Experimenten im Ausbildungskanal hervorragende Qualität entstehen kann, zeigte jüngst der Grimme-Preis für "Walulis sieht fern", eine Produktion von afk tv. Protagonist Philipp Walulis hat bei M 94,5 angefangen und auch dort schon ein neues Format erfunden, die "Nachtgestalten".

Der Aus- und Fortbildungskanal kann also ein Probierfeld für alle sein, die sich in Radio und TV versuchen wollen - und ein Sprungbrett in die weite Welt der Medien.

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Wer sich für ein Praktikum beim Aus- und Fortbildungskanal afk interessiert, kann sich im Internet informieren und bewerben unter www.afktv.de oder www.m945.de.

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