Prozess in Landshut Fußgänger überfahren und schwer verletzt liegen lassen

In Handschellen betritt der wegen versuchten Mordes angeklagte 27-jährige Landwirt den Sitzungssaal des Landgerichtes. (Foto: Vinçon) Quelle: Unbekannt

Erster Prozesstag: 27-Jähriger muss sich wegen versuchten Mordes verantworten.

Am Landgericht Landshut war am Mittwoch der Prozessauftakt gegen einen 27-Jährigen aus dem nördlichen Landkreis, der sich vor dem Schwurgericht wegen versuchten Mordes durch Unterlassen zu verantworten hat. Der Angeklagte wurde in Handschellen aus der U-Haft, in der er sich seit Dezember 2016 befindet, in den Sitzungssaal gebracht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, am 12. Juni 2016 um 3 Uhr morgens betrunken mit seinem Wagen einen Partygast überfahren und schwerverletzt liegen gelassen zu haben. Anstatt sich um das Unfallopfer zu kümmern oder Hilfe zu rufen, soll der Angeklagte den Verunglückten seinem Schicksal überlassen und versucht haben, die Tat zu verdecken. Etwa eine Stunde nach dem schrecklichen Unfall wurde der Schwerstverletzte von Freunden gefunden, die sofort Hilfe holten und so Schlimmeres verhinderten.

"Irgend etwas hab ich noch auf der Straße liegen sehen, aber nicht mehr was und bin dann über irgendetwas drübergefahren", so schilderte der 27-jährige Angeklagte den Moment, als der Reifen seines Pick-up auf einer Nebenstraße zwischen Obermünchen und Haslau den ebenfalls betrunkenen und bereits am Boden liegenden 17-jährigen Partybesucher, dem der Heimweg nicht mehr gelang, erfasste. Auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters Markus Kring, dass das doch ordentlich gescheppert haben müsse, erwiderte der Angeklagte, dass er nur gemerkt habe, dass er über etwas drübergefahren sei. Ihm sei aber später dann schon der Gedanke gekommen, dass es sich möglicherweise auch um einen Menschen gehandelt haben könnte, räumte der Landwirt ein. Richter Markus Kring wollte vom Angeklagten weiter wissen, warum er nicht angehalten habe, um nachzusehen, oder dem Verunglückten geholfen habe und was was in ihm in dieser Situation vorging. Kring hakte nach, wollte weiter wissen, ob er Angst davor hatte, seinen Führerschein zu verlieren oder gar eingesperrt zu werden. Der Angeklagte schien mit der Frage überfordert. Er zögerte mit seiner Antwort, wischte sich mit der Hand über sein Gesicht und antwortete knapp: "Ich hab mir gar nichts gedacht." Im Laufe des Prozesstages stellte der Vorsitzende dem Angeklagten immer wieder die gleiche Frage, was ihn zum Weiterfahren bewogen habe. Darauf ließ sich der Landwirt allerdings nicht ein und gab zu verstehen, dass er dazu nichts mehr sagen wolle.

Den vollständigen Artikel lesen Sie auf idowa+ oder in Ihrer Tageszeitung vom 08. Dezember 2017.

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