Landkreis Landshut B15neu: Jetzt doch eine vierte Planungsvariante?

Treffen im Landratsamt in Sachen B15neu: Bürgermeister Josef Reff (Geisenhausen), Landrat Peter Dreier, Bürgermeisterin Rosa-Maria Maurer (Adlkofen), Katharina Rottenwallner (Altfraunhofen). Foto: Landratsamt Landshut

Wie soll die B15neu im Landkreis Landshut letzten Endes aussehen? Eigentlich sollten im Zuge eines Planungsverfahrens die Varianten, die im Gespräch sind, weniger werden. Bis letztlich die eine beste Lösung übrig bleibt. Nicht so bei der B15neu im Landkreis Landshut. Für die könnte jetzt eine weitere Planungsvariante hinzukommen.

Eigentlich waren es zuletzt noch zwei mögliche Trassenverläufe für die B15neu. Die Variante 1a war Anfang Februar aus dem Rennen geflogen. Nach der wäre die B15neu in unmittelbarer Nähe zur Stadt Landshut verlaufen. Vor allem in Untergrub, Altenbach, Niederkam und Wapersdorf waren Bewohner Sturm gelaufen gegen diese Trassenführung.

Nach Abschluss der Dialogforen hat Landrat Peter Dreier kürzlich die Vertreter der Gemeinden Geisenhausen, Adlkofen und Altfraunhofen zum Gedankenaustausch ins Landratsamt geladen. Aus den Anliegen der drei Gemeinden könnte nun eine weitere Planungsvariante für die Bundesstraße erarbeitet werden. „Der Lage aus Sicht der Bürgermeister und mir als Landrat muss unbedingt in den Planungen Gewicht verliehen werden“, so der Landrat laut einer Pressemitteilung des Landratsamtes Landshut.

Bei dem Treffen stellte Adlkofens Bürgermeisterin Rosa-Maria Maurer klar: „Für unsere Gemeinde Adlkofen und für den Gemeinderat kommt für uns die Variante 1c keinesfalls in Frage – sie würde unsere Gemeinde zu sehr zerschneiden und ihr jegliches Entwicklungspotenzial nehmen. Als Kompromisslösung könnten wir mit der Variante 1b leben.“

Für Geisenhausens Bürgermeister Josef Reff geht der Blick bereits weiter in die Zukunft: „Die B15neu muss durchgehend bis zur B388 vierstreifig ausgebaut werden – wir dürfen in keinem Fall einen Flaschenhals im Bereich Geisenhausen riskieren. Das würde fatale Auswirkungen auf unseren Markt, aber auch auf den überregionalen Verkehrsfluss haben.“ Keine weitere Trasse im kleinen Vilstal – diese klare Forderung stellt Altfraunhofens Bürgermeisterin Katharina Rottenwallner an die weiteren Planungen. „Ein kompletter Neubau, parallel zu einer bestehenden Gemeindeverbindungsstraße und der St2054 ist unsinnig – viel besser wäre es, die Staatsstraße entsprechend auszubauen.“

Ob diese Anliegen unter einen Hut passen, wird sich zeigen: Nach Auskunft des Staatlichen Bauamtes sei es denkbar, dass neben den bekannten Varianten 1b und 1c auch andere, raumverträgliche Lösungen geben könnte, die von kommunaler Ebene vorgeschlagen werden und durch das Dialogforum behandelt werden müssten. Die Raumverträglichkeit ist eine grundlegende Voraussetzung für den nächsten Schritt, das Planfestellungsverfahren.

Ebenfalls einig waren sich Landrat und Bürgermeister, dass nach dem Abschnitt der Ost-Süd-Umfahrung Landshuts die Planungen nicht enden dürfen: Die Weiterführung zur B388 ist ein wichtiges Anliegen, das zeitnah angepackt werden muss, auch wenn im Bundesverkehrswegeplan dieses Vorhaben bisher lediglich im „weiteren Bedarf mit Planungsrecht“ eingestuft wurde. So könnte der Fernverkehr über die B388 weiter zur B15alt gelangen und der Raum Rosenheim wäre auf diese Weise zusätzlich erschlossen – und somit die Vorgabe des Fernstraßenausbaugesetzes erfüllt.

Lesen Sie dazu auch: B15neu: Stadtnahe Variante aus dem Rennen.

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