Interview Das neue Album von „dicht&ergreifend“

Mike (rechts) und Fabian (links) von „dicht&ergreifend“. Foto: Florian Wende

„Dampfen“ heißt so etwas wie „Schmarrn reden“. Die Rapper Lef Dutti (Fabian Frischmann) und George Urkwell (Michael „Mike“ Huber) tun das erfolgreich. So erfolgreich, dass am 2. März das zweite Album „Ghetto mi nix o“ ihrer Rap-Kombo „dicht&ergreifend“ erschienen ist. Wir haben sie im Gasthaus von Mikes Eltern, dem Kulturbunker, in Ottering im Landkreis Dingolfing-Landau getroffen.

Hallo Mike und Fabian! Auf „Ghetto mi nix o“ sind kritische Songs über Bayern. Überwiegt die positive oder negative Seite?

M: Puh, offene Frage.

F: Eigentlich ist das im Gleichgewicht.

M: Es kommt darauf an, auf was man Lust hat. Wenn einen was aufregt, muss man drüber reden. Aber wir können das Kritische auch ausblenden und einfach nur dahoam sa. Des überwiegt.

Was wollt ihr mit den kritischen Texten erreichen?

F: Wir werden viel in der Gegend gehört. Wenn sich jemand über ein Thema noch keine Gedanken gemacht hat, können wir ihn darauf bringen. Wir wollen Anstöße geben. Ob man daraus was macht, ist die andere Frage.

Am 19. Februar habt ihr den Kulturpreis 2017 des Landkreises Dingolfing-Landau erhalten.

F: Wir haben das nicht erwartet, weil 2017 nicht prädestiniert dafür war. Da haben wir nix g’rissen.

M: Aber wir sind sehr dankbar und freuen uns natürlich.

F: Das ist cool, auf jeden Fall.

M: Erster Schritt zur Weltherrschaft.

F: Der ist doch schon getan!

Was lernt ihr musikalisch und menschlich vom jeweils anderen?

F: In der Musik habe ich vom Mike gelernt, dass man sich für das Fein-Arrangement der Lieder mehr Zeit nehmen kann, damit es am Schluss noch hochwertiger wird. Kleine Sachen, die beim ersten Mal hören ned auffallen. Ich wär oft früher fertig. Menschlich hat er mir gelernt, dass man zeigen kann, wenn man sich freut.

M: Musikalisch hab’ i ois vom Fabian glernt. Menschlich beschreibt es das Wort „Contenance“. Ich bin ungeduldig. Die Ruhe, die er ausstrahlt, ist ein bisschen auf mich übergegangen.

Ihr lebt in Berlin. Sprecht ihr dort bairisch?

F: Ich spreche einen Hybrid. Mit einem Hybrid kommt man ganz gut durch.

M: Bei mir ist es entweder oder. Die Menschen verstehen mich, oder eben nicht.

Im März beginnt eure Tour. Auf was freut ihr euch am meisten?

F: Wenn man, ohne sich Gedanken zu machen, ob die Songs klappen, die Show spielt. So wie es einem in dem Moment grad gfoid. Ich hoffe, dass die Leute die Tracks schon mitrappen können.

Liebling auf dem neuen Album?

M: „Schofalboogie“, weils hoid fresh is. „Grias de God“ daugt ma a voigas.

F: „Grias de God“ is mei Lieblingssong. Oder „Nein to Five“.

Was macht ihr, wenn ihr keine Musik macht?

M: I geh ind Sauna.

F: I geh a gern ind Sauna. Sonst Schach, Grafikdesign, Fußball, laufen, Bergwandern.

Außer Sauna noch was, Mike?

M: Eigentlich nur Sauna.

Leserfrage: Wie kommt ihr auf kreative Texte wie im Song „Wandadoog“?

M: „Wandadoog“ ist sehr alkoholmotiviert. Reiner Dampf und nicht viel Inhalt. Des is gar ned so schwa. Schnell von A nach B und nach C und möglichst viel trinken. Und Orte, die tatsächlich existieren. Des glangt dann a scho.

In „Wandadoog“ trinkt ihr das erste Bier in Schierling...

F: Schierlinger Pils is subba! Echt guad. Mallersdorf hod a a geils Bier.

Abschließende Worte?

M: Jeder soll das Album kaufen! Möglichst jeder.

F: Fans vom ersten Album müssen keine Angst haben. Das zweite ist besser.

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