Freising Wie beim Drive-In: Drogenausgabe am Fenster

Im Wohnhaus des 18-jährigen Freisingers entdeckten die Rauschgiftfahnder jede Menge Marihuana. Dazu geringe Mengen Ecstasy und einen verbotenen Schlagstock. Foto: Kripo Erding

Ein Freisinger Drogendealer hatte augenscheinlich keinerlei Bedenken, dass ihm die Polizei jemals auf die Schliche kommen würde. Dementsprechend offensichtlich vertickte er den Stoff regelmäßig vom Fenster seines Wohnhauses aus. Selbstredend ging das nicht lange gut. Vor einer Woche wurde ihm das Handwerk gelegt.

Gegen den 18-jährigen Freisinger ergab sich bereits vor geraumer Zeit der dringende Verdacht, mit Marihuana und chemischen Drogen zu handeln. Im Zuge der Ermittlungen wurde bekannt, dass der junge Mann seine Kunden über das Erdgeschossfenster seines Wohnhauses regelmäßig mit Stoff versorgt haben soll.

Wie beim Drive-In möchte man meinen. Kurz am Fenster warten, und schon wurde einem die entsprechende Bestellung gereicht. Klingt nach keinem sonderlich langfristigen Geschäftsmodell. War es auch nicht. Am Donnerstag, 9. März, beendeten die Rauschgiftfahnder der Kripo Erding das Treiben des jungen Freisingers. Mit Hilfe eines entsprechenden Durchsuchungsbeschlusses wollten die Beamten ursprünglich das Wohnhaus des 18-Jährigen auf den Kopf stellen. Doch das war noch nicht einmal notwendig. Denn als die Beamten gegen 17 Uhr das Wohnhaus erreichten, war just zu dieser Zeit wieder einmal der "Drive-In-Schalter" geöffnet. Vor den Augen der Rauschgiftfahnder bediente der Drogendealer durch das geöffnete Fenster gerade einen Kunden und händigte ihm den Stoff aus. Zum Geschäftsabschluss kam es freilich nicht, denn binnen weniger Sekunden klickten die Handschellen für den 18-Jährigen.

Wenig überraschend hatte der junge Drogendealer allerhand Stoff in seinem Haus gebunkert. Die Beamten fanden mehrere verkaufsfertig abgepackte Marihuana-Tütchen. Direkt daneben lag griffbereit ein etwa 40 Zentimeter langer Schlagstock, der unter das Waffengesetz fällt und somit illegal ist. Bei der weiteren Durchsuchung des Gebäudes hatten die Fahnder schließlich tatkräftige Unterstützung eines Drogenspürhundes, der in kürzester Zeit knapp 200 Gramm Marihuana und einige Gramm Ecstasy entdeckte.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Landshut wurde der 18-jährige Freisinger dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der umgehend Untersuchungshaft anordnete. Ausschlaggebend hierfür war der Verdacht des Handelns mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge unter Mitführung einer Waffe.

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