Weihnachten verbrachten wir großenteils am Strand unter Palmen. Abends haben wir bei Lisa und ihrer Mitbewohnerin Maike Würschtl gegrillt und Nudelsalat gemacht. Wir verbrachten einen wirklich schönen und besinnlichen Abend mit Weihnachtsliedern, sodass sogar Weihnachtsstimmung aufkam. Natürlich war es nicht dasselbe wie daheim, und auch, wenn ich meine Familie beim Essen und bei der Bescherung vermisst habe, war es ein wunderschöner Abend mit Leuten, denen es wahrscheinlich genau so ging. Jedoch war Ablenkung nahe: Nach dem Essen ging es in eine Bar direkt am Strand, wo wir Weihnachten noch ausgiebig mit anderen Freiwilligen, Einheimischen und einer Menge Bier feierten. Es war ein einzigartiges Weihnachtsfest. Vorziehen würde ich es dem traditionellen Weihnachten daheim nicht. Aber einmal im Leben geht das schon.

Die Tage nach Weihnachten verliefen ziemlich ruhig. Auch in Ghana sind die Weihnachtsfeiertage wirkliche Feiertage, und somit war in den Straßen nicht allzu viel los. Wir schauten also ein paar Filme, gingen zum Strand, entspannten und genossen einfach die Zeit, die wir alle miteinander haben. Dadurch, dass Cape Coast eher westlich geprägt ist, konnten wir ein bisschen dem Ghana-Lifestyle aus der Upper-West-Region entkommen und auch mal westliches Essen, wie Pizza und Waffeln, genießen. Zwar liebe ich das ghanaische Essen sehr, und ich könnte jeden Tag Fufu essen. Aber ein bisschen Abwechslung tut wirklich gut!

So verstrichen die Tage. Lukas, Kathi, Julius und ich machten noch einen letzten Ausflug, bevor die Reise weiterging. Wir fuhren zum Kakum National Rain Forrest, einem Nationalpark, der, wie der Name schon erahnen lässt, sich im Regenwald befindet. Das Besondere daran ist der sogenannte Canopy Walk. Dort wandert man auf Hängebrücken 40 bis 60 Meter über dem Regenwald. Auch wenn der Weg nicht besonders lang ist, hat man von dort oben aus einen einzigartigen Ausblick über den tropischen Regenwald. Höhenangst sollte man jedoch nicht haben.

Auf unserer Tour haben uns eine amerikanische Großfamilie begleitet, von der sich einige nicht getraut haben, den Canopy Walk zu besteigen. Leider konnte ich die Angst von einem jungen Mann nicht nehmen, der meinte, dass er da nie wieder runterkommen werde.