Auslandstagebuch Eintrag 11: Haarsträubender Aufstieg (Auf Rundreise Teil 4) - 16. Januar 2018

Silvester verbrachten wir ganz ruhig daheim, da anscheinend die Ghanaer erst in der Nacht zum 2. Januar feiern. Also haben wir bloß ein paar Bier getrunken und für uns selber gefeiert. Den 1. Januar haben wir dann jedoch in Ho, einer größeren Stadt etwa eine Stunde mit dem Tro-Tro entfernt, verbracht. Wir konnten bei einem Lehrerkollegen von Kathi und Lukas übernachten und hatten einen schönen Abend. Auch wenn er für mich wegen kleinerer gesundheitlicher Beschwerden schon etwas früher enden musste.

Da es mir am nächsten Tag wieder besser ging, machten wir einen Ausflug: Mit einem Moto-Taxi ging es in ein anderes Dorf (ich kann mir die ganzen Namen leider nie merken), wo eine Feier stattfinden sollte. Das Dorf versammelte sich und ging zu einem Wasserfall „ganz in der Nähe“. In Flip-Flops wanderten wir also eine Stunde lang mitten durch den Dschungel. Schließlich kamen wir bei einem eher kleineren Wasserfall an. Um es doch noch ein bisschen schöner zu machen und den Vorschlägen der Einheimischen folgend, badeten Lukas und ich und „duschten“ im kühlen Wasser des Wasserfalls (ja, Mama, ich weiß, dass es gefährlich ist!).

Eines der schönsten Dinge, die man in Volta machen kann, ist die Monkey Sanctuary in Tafi Atome zu besuchen. Man bezahlt einen Guide und kauft ein paar Bananen. Dann geht es in den Wald. Der Guide macht ein paar Geräusche, und von überall her kommen Affen, die man mit den Bananen füttern kann. Ich hatte selten so viel Spaß wie dort!

Der letzte und wohl anstrengendste Ausflug, den wir in der Volta-Region unternahmen, ging zu den Wli-Falls. Sie sind mit die größten Wasserfälle, die es in Ghana zu sehen gibt. Wir liehen uns also ein Motorrad aus und fuhren rund eineinhalb Stunden durch die kühle Morgenluft durch das grüne Volta. Doch was uns bevorstand, hätte ich mir nicht ausmalen können. Wir entschieden uns für die kürzere vierstündige Tour zu den oberen Wasserfällen. Die lange Tour wäre ein gemütlicher Weg über die Berge gewesen, doch der kurze Weg ging direkt durch den Dschungel, und zwar steil bergauf, sodass man ohne Wanderstock (den man uns glücklicherweise davor gegeben hat) oft verloren wär. Bergsteigen in den Alpen ist nichts dagegen, doch der Lohn ist umso besser. Oben hat man eine wunderschöne Aussicht auf die dicht bewaldeten Berge von Ghana. Der Ausblick mit den Geräuschen des Wasserfalls und dem Vogelgezwitscher ergibt ein atemberaubendes Bild.

Nur eine Sache erinnerte an die Alpen: Dort oben geht ein richtig kalter Wind, das Baden im oberen Becken ist nur was für Hartgesottene. Mir war’s zu kalt, deswegen sind wir im unteren Becken schwimmen gegangen. Was allerdings immer noch saukalt war.

Auf dem Rückweg brachte einem der Wanderstock nicht mehr viel. Natürlich bin ich hingeflogen. Und zwar genau auf die Stelle, die ich mir am Tag zuvor am Auspuff von Lukas Motorrad verbrannt hatte. War ja klar, oder?

Auf dem Rückweg kamen uns zwei Amerikaner entgegen. Ich hörte die Frau schon von weitem rufen: „Max? What a nice place to run into you!“. Ich traf also mitten im ghanaischen Dschungel eine Peace Corps-Freiwillige, die ebenfalls in der Upper-West-Region arbeitet und mit der ich bereits ein Bier getrunken habe. Zufälle gibt’s!

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